Hat der Gesundheits-"Experte" Hademar Bankhofer Schleichwerbung gemacht? Als ob dies das Problem wäre! Es geht um fragwürdige Empfehlungen eines "Medizingurus".
Der WDR hat sich also von seinem Medizin-"Experten" Hademar Bankhofer getrennt, wegen des Verdachts auf Schleichwerbung. Zu wenig richtet sich jedoch in der ganzen Angelegenheit die Aufmerksamkeit auf die inhaltliche Qualität von Bankhofers Empfehlungen, genauer gesagt: auf deren fehlende Qualität.
Die Seite von Hademar Bankhofer: http://www.bankhofer-gesundheitstipps.de. (© screenshot: sueddeutsche.de)
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Statt dessen dominieren in der Debatte spitzfindige Betrachtungen, ob Bankhofer aufgrund seines Beratervertrages mit der Firma Klosterfrau tatsächlich Schleichwerbung vorzuwerfen sei.
Das eigentliche Ärgernis besteht aber in der systematischen Fehlinformation von Zuschauern und Lesern, denen Bankhofer über Jahre hinweg absurde, durch keine wissenschaftlichen Grundlagen gestützte Empfehlungen gegeben hat. Wie konnte es dazu kommen? Doch nur durch die Verletzung simpelster journalistischer Sorgfaltspflichten seitens vieler Redaktionen, durch gedankenloses Anhimmeln eines professoralen Experten seitens der Moderatoren des Morgenmagazins und anderer Sendungen in Radio und Fernsehen.
Bankhofer findet das Internet "furchtbar", wie er nun zu stern.de sagte. Er betrachtet es als Werkzeug für eine gezielte Kampagne gegen ihn. Tatsächlich ist das Internet Fluch und Segen zugleich - ein Fluch für denjenigen, der falsche Behauptungen aufstellt, ein Segen für denjenigen, der sie überprüfen will.
Falsche Behauptungen verbreiten - in diesem Fall heißt dies, medizinischen Empfehlungen zu einer Glaubwürdigkeit zu verhelfen, die sie nicht verdienen: indem Bankhofer und die ARD sie mit Etiketten à la "Wissenschaftler haben nachgewiesen", oder "Prof. Bankhofer gibt Einblick in die moderne Hörgeräteforschung" versehen .
Die Überprüfung solcher Behauptungen ist schon für halbwegs geschickte Laien sehr einfach. Da liest man auf der Webseite des ARD-Morgenmagazins zu einer Ausgabe mit Hademar Bankhofer als "Experte im Studio" Folgendes: "Wenn man jüngste internationale Forschungsergebnisse zusammenfasst, so erfährt man, wie heilsam Stutenmilch in der Vorsorge und in der Behandlung ist: bei Fettstoffwechselstörungen, chronischen Leber-Erkrankungen, Magen- und Darmerkrankungen, Alkoholentwöhnung, Krebsnachbehandlung, Stoffwechselproblemen, Leistungsabfall und Immunschwäche."
Vergebliche Suche nach Studien
Auf der Suche nach diesen internationalen Forschungsergebnissen wird man dann jedoch von Google hier wie in anderen Fällen immer in die gleiche Sackgasse geführt: Man stößt entweder auf gar keine oder aber auf absurd kleine Studien, die nur in wenig renommierten Publikationen veröffentlicht wurden; auf Studien, die weder mit Google noch in der medizinischen Literaturdatenbank Medline auffindbar sind; auf die Beschreibung von Tierversuchen, ohne dass es im Anschluss zum nachweisbaren Einsatz bei Menschen gekommen wäre, et cetera.
Alle diese Merkmale sind meilenweit von den Standards entfernt, die heute an medizinische Studien gestellt werden; insbesondere über die Dosis machen sie keinerlei Angaben - wahrscheinlich meinen die Bankhofers dieser Welt, dass die Dosis hier keinen Schaden anrichte.
Dabei sollte sich doch herumgesprochen haben, dass garantiert nebenwirkungsfrei auch garantiert wirkungsfrei bedeutet. Forschergrüppchen aus zwei bis drei Personen, die sich gegenseitig zitieren, schwammige Formulierungen ohne jegliche wissenschaftliche Greifbarkeit sowie undurchsichtige ökonomische Verflechtungen zwischen Forschern und Herstellern runden das Bild ab.
Der ganze Vorgang ist sicherlich eine Fundgrube für Psychologen, Soziologen und Gesellschaftswissenschaftler. Denn er zeigt, wie die geschickte Ausnutzung eines Medien-Hypes sowie die regelmäßige Huldigung durch die Größen der Talkshow-Szene auch bei seriösen Redaktionen zu kollektiver Kritiklosigkeit und Schlafmützigkeit führen.
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Vor der EM in Polen und der Ukraine
Ein altes Sprichwort lautet: "Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen". Dies ist der einzige Kommentar, der nach der Lektüre der Ausführungen des klugen Professor Antes in den Sinn kommt. Wirft er doch keck seinem Professoren-Kollegen Bankhofer wort- und facettenreich vor, im Laufe seiner rund 30 "Dienstjahre" Millionen von Lesern und Zuschauern mit inhaltlich nicht geprüften Aussagen quasi "dummes Zeug" vermittelt zu haben. Antes hat die Trennung des WDR von Bankhofer initiiert - Begründung: Bankhofer mache "Schleichwerbung", die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht geduldet werden könne. Bankhofer beteuert dagegen, dass es keine Schleichwerbung für ein bestimmtes Produkt gegeben habe und es sich um eine hässliche Intrige handelt. So erwächst eine langwierige Auseinandersetzung - nach dem Motto: "Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte". Und mit genau jener Kritiklosigkeit, die Antes den Verantwortlichen beim WDR vorwirft, beugt sich der WDR den Wünschen des Herrn (A.) und gibt Bankhofer nach über 12 Jahren den Laufpass - denn man ist trotz GEZ-Gebühren auf Werbeeinnahmen der Pharmaunternehmen angewiesen. Welche Motivation mag im Raume stehen, wenn jemand derart mit unbeweisbaren Denunziationen vorgeht, einen offenbar missliebigen "Konkurrenten" aus dem Weg und der Popularität zu räumen? In Antes' Kassen kommt gutes Geld durch die "Qualitätsprüfung" für neue Medikamente am Cochrane-Zentrum in Freiburg. Bereits damit dürfte die Intention klar werden: Bankhofer propagiert jahrzehntelang eine gesunde Lebens- und vor allem Ernährungsweise, setzt sich für wirksame, wissenschaftlich und "schulmedizinisch" anerkannte Naturheilverfahren ein und ist damit natürlich all denjenigen ein Dorn im Auge, deren Interessen hierdurch berührt werden - allen voran die pharmazeutische und sog. "forschende" Industrie, die fortwährend neue Medikamente mit neuen Patentrechten, Monopolstellungen und Preisdiktat auf den Markt zu drücken versucht. Dem steht einer entgegen, der mit seinen - durchaus empirischen und nicht immer bewiesenen - Tipps dazu beiträgt, dass manch einer das eine oder andere "Zeug" gar nicht erst oder erst sehr viel später "braucht". In meiner Praxis erlebe ich immer wieder, wieviel Unheil und Leid "moderne" Arzneimittel anrichten können - nicht erst durch Todesfälle durch 'Lipobay' oder 'Viagra', sondern in der Masse durch unnütze Zytostatika, Psychopharmaka, Kortikoide, angebliche Lipidsenker und oft wirkungslose Blutdruckmittel. Weil
man glaubt ihm nicht mehr,
aber man verdient noch ganz gut mit ihm.
Ich hab da im SZ-Shop 47 Artikel von Hademar Bankhofer gefunden:
http://sz-shop.sueddeutsche.de/mediathek/shop/search/SimpleSearchRH.do?save=true&searchTerm=Hademar+Bankhofer&x=12&y=8
Das Buch von diesem Wunderheiler habe ich mir gekauft.
Gottseidank war es nicht teuer, weil so ein Machwerk ist schon eine Frechheit.
Aus Omas Rezept- und Kräuterbuch zusammengesuchte Weisheiten, die jeder kennt
und die wenig Nutzen bringen.
Aber die PR, die er zusammen mit JBK macht, ist schon enorm.
Ich habe sowieso den Eindruck, als wäre Herr Kerner die PR-Firma für Leute, die glauben ein Buch schreiben zu müssen, aber keine Leser finden.
Einmal und nie wieder!
natürlich machen das die Seriösen nicht. Verdienen kein Geld. Nö. Alles selbstlose Weltretter.
Schon klar.
Der Bankhofer ist ein charmanter Bazi, mag sein. Im Gegensatz zu denjenigen, die "ein langes Studium an einer wissenschaftlichen Universität studiert haben, die lange Jahre am Kranken gearbeitet haben" hat eine Fehldiagnose oder Kunstfehler von Bankhofer genau nullkommanull Auswirkungen.
Ehrlich: Ich habe schon zuviel Pfusch von Ärzten miterlebt, als dass ich pauschales Vertrauen in Ärzte irgendwie rechtfertigen könnte. Ein nicht geringer Teil studiert Medizin zumindest nicht deswegen, weil sie sich als Arzt berufen fühlen, um es mal vorsichtig auszudrücken. Und ein nicht unerheblicher Teil wird von der Pharmaindustrie mit zumindest fragwürdigen Mitteln und Methoden beeinflusst.
Also bevor hier der Mann an den Pranger gestellt wird, vieleicht einmal nachdenken.
Mir persönlich ist sowohl die ARD als auch Bankhofer wurscht, ich habe noch nicht einmal ein TV-Gerät. Aber den Beißreflex gegen ihn kann ich nicht verstehen.
DW
sind mit mindestens derselben Zurückhaltung zu betrachten. Jedenfalls gelten sie nur solange, als sie durch neue Erkenntnisse widerlegt sind. In der Zwischenzeit hat der angeblich so aufgeklärte Mensch aber nichts besseres zu tun gehabt, als sie quasireligiös anzuhimmeln
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