Demenz und Depression Trübe Aussichten

Eine US-Studie weist darauf hin, dass Depressionen nicht nur ein Begleitsymptom von Demenz sind, sondern das Risiko für nachlassende Geisteskräfte erhöhen.

Von Christian Weber

Seit langem ist bekannt, dass viele Demenzkranke unter Depressionen leiden. Eine neue Langzeitstudie erhärtet den Verdacht, dass es sich dabei nicht nur um ein Begleitsymptom handelt, sondern dass die affektive Erkrankung auch das Demenzrisiko erhöht.

Ein depressiver Lebensstil könnte mit der Entwicklung von Demenzerkrankungen zusammenhängen.

(Foto: i.Stock)

Wie Forscher der University of Massachusetts im Fachblatt Neurology (online) berichten, analysierten sie über 17 Jahre Daten von 949 Studienteilnehmern, die anfangs nicht unter Demenz litten.

Während des Beobachtungszeitraumes entwickelten 164 von ihnen die Krankheit, wobei die anfangs depressiven Teilnehmer eine 70 Prozent höhere Rate aufwiesen.

Unklar sei aber die Kausalität, sagt Studienautorin Jane Saczynski. So litten Depressive häufig unter Entzündungen von Gehirngewebe und dem verstärkten Vorkommen bestimmter Proteine, die in Verbindung mit Demenz stehen.

Aber auch der depressive Lebensstil könnte sich auswirken: Falsche Ernährung, wenig Sport und karge soziale Beziehungen erhöhten womöglich das Risiko.