Mit der Rückkehr der Raumfähre "Atlantis" hat nicht nur ein amerikanisches Raumfahrtprogramm sein Ende gefunden. Es ist auch ein Traum zu Ende gegangen: Die Vision von der Besiedelung des Alls durch den Menschen.
An diesem Donnerstag, um 11.58 Uhr deutscher Zeit, ist ein Traum zu Ende gegangen. Es war ein großer Traum, ein mühsamer Traum, und zeitweise auch ein Albtraum. Er handelte von der Besiedelung des Weltraums durch den Menschen.
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Ende einer Ära: – Letzter Flug einer US-Raumfähre (© reuters)
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Da mit der Rückkehr des letzten Spaceshuttles der US-Raumgleiterflotte dieser Traum nun sein Ende gefunden hat, ist auch der Weltraum wieder dorthin gerückt, wo er vor den ersten bemannten Raketen vor gut 50 Jahren war: in weite Ferne.
Mit dem letzten Touchdown der Atlantis hat weit mehr seinen Abschluss gefunden als nur ein Raumfahrtprogramm. In vielerlei Hinsicht ist es das Ende des Raumfahrtzeitalters, wie es mit den Pionierflügen von Juri Gagarin, Alan Shepard und John Glenn begann und seinen Höhepunkt 1969 in der Landung auf dem Mond fand. Künftige Missionen in den Weltraum werden weniger von Eroberungs- und Pionierdrang geleitet sein, sondern harte kommerzielle, militärische oder wissenschaftliche Ziele verfolgen.
Das, wofür das Spaceshuttle einst stand, die Idee, den Lebensraum der Menschheit ins All auszudehnen, ist kläglich gescheitert. 50 Pendelflüge zwischen Erde und Orbit versprach man sich 1972, als der damalige US-Präsident Richard Nixon das Shuttle-Programm auf den Weg brachte.
Nur gut zehn Millionen Dollar sollte jede Mission eines Raumgleiters kosten, eine aus heutiger Sicht irrwitzige Kalkulation: Ganze 135-mal startete ein Spaceshuttle seit dem Erstflug vor 30 Jahren, und jede dieser Missionen verschlang rund 500 Millionen Dollar Steuergeld. Zweimal kostete sie sogar das Leben der Astronauten an Bord.
Dabei geht es um mehr als nur das Scheitern eines technischen Konzepts oder einer Modellreihe, die man, wie in der Autoindustrie, nun durch ein Nachfolgemodell ersetzen könnte. Es hat sich in unverhüllter Klarheit offenbart, wie sinnlos die bemannte Raumfahrt ist.
Fast keine Mission der Spaceshuttles hätte nicht auch von einer gut konstruierten, unbemannten Trägerrakete sowie Robotern erledigt werden können. Der wichtigste Auftrag, bei dem Shuttle-Astronauten tatsächlich hilfreich waren, war die Reparatur des fehlsichtigen Hubble-Teleskops am Beginn der 1990er-Jahre.
Nicht zu vergessen ist natürlich der Aufbau der Internationalen Raumstation, der dank der US-Raumgleiter in diesem Jahr abgeschlossen werden konnte. Doch genau diese 100 Milliarden Dollar teure orbitale Wohnanlage ist das Symbol fehlgeleiteter Raumfahrtträume.
Einst aus Gründen der Völkerverständigung von den großen Raumfahrtnationen beschlossen, ist die Station zu einem sündteuren Anachronismus verkommen, der heute vor allem Staatenlenkern dazu dient, in Zeiten sinkender Umfragewerte öffentlichkeitsheischende Telefonate mit dem Weltraum zu führen.
Am anderen Ende sitzen Astronauten, deren Namen der allgemeinen Bevölkerung mittlerweile so wenig geläufig sind, wie der des Busfahrers morgens auf dem Weg zur Arbeit. Tatsächlich sehnen die beitragzahlenden Staaten, darunter auch Deutschland, das Ende der Station längst herbei. 2020 soll sie "deorbitalisiert" werden, wie es der Raumfahrer-Jargon höflich umschreibt. Ein früherer Termin wäre wohl allzu peinlich.
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Afghanen greifen US-Einrichtungen an
Von einem "Wissenschaftsjournalisten" einer großen Zeitung hätte man doch etwas mehr erwarten können als diesen völlig missratenen Artikel. Sind Sie neidisch Herr Illinger, dass Sie als Physiker ihren Traum aufgeben mussten etwas neues zu entdecken, zu erforschen wie ein Astronaut oder vllt mal einen "richtigen" Artikel verfassen zu dürfen.
Neid ist hier die einzige Erklärung, denn die Fakten haben Sie schön außen vor gelassen - etwas google oder die Stadtbücherei hätte da weitergeholfen.
Wer so einen Artikel schreibt könnte und sollte doch von einem Computer ersetzt werden! Dieser behauptet zumindest keine Unwahrheiten.
mfg
Na, diesen Traum dürften ja wohl nur Idioten gehabt haben, sorry ... aber was soll man denn sagen, wenn ein Wesen von der Besiedlung des Weltraumes träumt, obwohl es weiß, daß ein Flug zum nächsten Fixstern beim gegenwärtigen Stand der Technik über 30.000 Jahre dauern würde.
Seit meinen studienjahren in münchen ist die sz mein leib- und magenblatt gewesen auch wenn ich hin und wieder die ein oder andere entgleisung (nach meiner persönlichen meinung) schmerzlich zur kenntnis nehmen mußte. Mit diesem artikel bewirbt sich patrick illinger um einen der vordersten plätze auf dieser unrühmlichen liste. Woher weiß er eigentlich, was er da im brustton der überzeugung behauptet? Wieso ist mit dem ende der space shuttle ära (wenn man diese zeit denn als solche bezeichnen will) der traum des menschen von der besiedelung des alls zu ende gegangen? Über diesen traum des menschen kann kein präsident und kein parlament entscheiden, weder der/das amerikanische noch ein anderer(s)! Die entscheidung das space shuttle programm einzustellen ist doch deswegen nicht der abschied von der raumfahrt. (Nur nebenbei: ich halte diese entscheidung für richtig!) Patrick Illinger schreibt, "Künftige Missionen in den Weltraum werden weniger von Eroberungs- und Pionierdrang geleitet sein, sondern harte kommerzielle, militärische oder wissenschaftliche Ziele verfolgen." Weiß er denn für welche missionen das meiste geld in der raumfahrt bereits heute ausgegeben wird? So wendete die europäische raumfahrtagentur ESA im jahre 2010 knapp 11% ihres gesamten budgets für bemannte raumfahrt auf (forschung unter schwerelosigkeit mit eingerechnet). Nicht, dass raumfahrt billig zu haben wäre, das gilt auch für den menschen im weltraum. Aber es wäre schon schön gewesen, wenn Patrick Illinger sich die mühe gemacht hätte, vorher sich wenigstens ein wenig zu kundig zu machen. Ich habe absichtlich nicht auf interne dokumente zurüch gegriffen, sondern einfach gegoogelt. Zwei Minuten...
Si tacuisset philosophus mansisset!
gerhard thiele
astronaut, sts-99
"Es ist auch ein Traum zu Ende gegangen: Die Vision von der Besiedelung des Alls durch den Menschen."
Inwiefern dieser Traum zu Ende gegangen ist, wird aus dem Artikel nicht ersichtlich.
Es wird diese Behauptung aufgestellt, dieser aber ncith begründet.
Dem Autor ist vermutlich entgangen, dass es auch noch Sojus-Raketen gibt, mit denen bemannte Raumfahrt betrieben wird. Von den neuen Modellen der Chinesen sowie von den Visionen des Virgin-Gründers mal ganz abgesehen.
Und was ist daran falsch, wenn eine veraltete Technologie abgeschaltet wird?
Das Problem ist doch vielmehr, dass es keine Nachfolgemodelle gibt.
Wenn uns das Ende der SpaceShuttle-Ära eines deutlich vor Augen führt, dann ist es, dass der Kapitalismus keineswegs über den Kommunismus gesiegt hat, sondern sein Tod nur ein schleichender, lagsamerer ist...
Während die Russen schon nach wenigen Testflügen auf die Buran (die dem SpaceShuttle überlegen war) verzichtet haben (bzw aus finanziellen Gründen darauf verzichten mussten), hat es beim SpaceShuttle halt ein wenig länger gedauert...
(Ein weitere Parallele lässt sich auch bei TU-144 und Concorde feststellen...)
Und während das kommunistische System 1989/90 mit einem großen Knall zusammenbrach, konnte sich der Kapitalismus noch ein paar Jahre länger halten (auch durch die durch den Zusammenbruch des Kommunismus entstehenden Neuen Märkte) um seit 2000 dennoch arg in Schleudern zu geraten...
Ja und, was ist abseits von ideologischen und polemischen Argumenten gegen den Staat so schlimm daran, das der Staat Raumfahrt finanziert? Was ist besser daran, wenn reiche gelangweilte Kleptokraten ihr Geld für Weltraumunterhaltungsprogramm ausgeben, welches sie durch Steuergeschenke vom Staat erhalten haben? Wo soll hier neben der Bespaßung der Fortschritt stehen? Was sollen denn bitte langfristige Einnahmequellen von privaten Raumfahrtunternehmen sein? Das ist ja das Problem, das nicht forschungsorientiert, sondern bespaßungsorientiert gewirtschaftet wird. Das ist der sichere Tod der Grundlagenforschung und ehrgeiziger Missionen.
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