Die Behörden müssen endlich Genaueres über die Ehec-Keime auf spanischen Gurken veröffentlichen, denn der Erreger wird noch lange gefährlich bleiben. Wieso tun sie es nicht - sind ihnen ihre neuesten Erkenntnisse womöglich peinlich?
Die Deutschen haben eine neue Gefahr kennengelernt. Ihre Bekanntschaft zu machen, war grausam. Zehn Tote und Hunderte schwerkranke Menschen sind bislang die Bilanz einer Epidemie mit dem noch recht jungen Darmkeim Ehec, der mit vollem Namen Enterohämorrhagische Escherichia coli heißt. Diesen Zungenbrecher muss sich niemand merken, den Keim aber sehr wohl. Ehec wird uns immer wieder begegnen, er wird zur ständigen Gefahr, wie es die Salmonellen längst für kleine Kinder und alte oder geschwächte Menschen sind. Nur dass Ehec jetzt auch junge Erwachsene aus dem Leben reißt.
Bild vergrößern
Norddeutsche Bauern in Sorge - ihre Gurken will niemand mehr. Doch angesichts des Risikos müssen neue Erkenntnisse direkt an die Verbraucher übermittelt werden. (© dpa)
Anzeige
Seit die Mikrobe vermutlich Ende der 1970er Jahre plötzlich im Pansen eines Rindviehs aus einem harmlosen Coli-Bakterium entstanden ist, hat sie sich immer weiter ausgebreitet. 1990 waren fünf Prozent der Kühe hierzulande infiziert, heute trägt fast jede Kuh den für sie ungefährlichen Keim spazieren.
In Deutschland machte der Keim bisher wenig auf sich aufmerksam, Menschen starben selten daran. Entsprechend schwer tat sich die Politik, Ehec ernst zu nehmen. Es dauerte allein 20 Jahre bis zu einer Meldepflicht für Ehec-Infektionen. Eine solche heilt nicht, aber sie ist ein wichtiges Werkzeug, um Infektionskrankheiten überwachen und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen zu können. Auch Aufklärungskampagnen, wie es sie in den USA seit der ersten tödlichen Bekanntschaft mit Ehec 1982 gab, wären in Deutschland längst nötig gewesen.
Denn Ehec birgt im Gegensatz zu Salmonellen eine weitere Gefahr: Die Mikrobe gelangt nicht nur über Nahrung zum Menschen, sie wird auch von Mensch zu Mensch übertragen und kann so zu Epidemien führen. Ehec ist dennoch kein unbeherrschbarer Fluch. Man kann sich davor schützen - und zwar durch einfache Hygiene, auch wenn die verwöhnten Menschen in den Industrienationen diese mehr und mehr zu vergessen beginnen. Viel stärker noch müssten Behörden deshalb am Beispiel Ehec verdeutlichen, dass Händewaschen keine lästige Maßnahme altmodischer Menschen ist, sondern direkt der Gesundheit dienen kann.
Trotz früherer Versäumnisse haben die Behörden beim aktuellen Ausbruch erfreulich besonnen reagiert. Wenige Tage nach dem Auftreten der ersten Fälle informierten sie die Öffentlichkeit. Schnell wurde bekannt, dass diesmal ein besonders aggressiver Keim umgeht, der merkwürdigerweise vor allem junge Frauen trifft, die nicht die üblicherweise verdächtigen Lebensmittel Rindfleisch und Rohmilch verzehrt hatten, sondern rohes Gemüse.
Zu Recht warnte das Robert-Koch-Institut in der Folge vor dem Verzehr von Salat, Tomaten und Gurken in Norddeutschland. Diese Empfehlung war richtig, auch wenn Medien sie in eine Warnung vor Gemüse aus Norddeutschland verwandelten und es nun wirtschaftliche Opfer von Ehec gibt, die Bauern dort in der Region. Angesichts des Risikos müssen neue Erkenntnisse direkt an die Verbraucher übermittelt werden. Niemand braucht Politiker, die vor Kameras heimisches Gemüse verzehren, um dessen Unbedenklichkeit zu demonstrieren, wie dies 1996 in Japan geschah. 8000 Menschen wurden damals durch Ehec-verseuchten Rettich krank.
Doch die offene Informationspolitik muss weitergehen. Denn die Gefahr ist noch nicht gebannt. Es gibt Ehec-Opfer, die sicher sind, keine Gurken gegessen zu haben. Unverständlich ist daher, dass das Hamburger Hygieneinstitut, das die Ehec-Keime auf spanischen Gurken fand, seit vergangenen Donnerstag nichts Genaueres über diese Keime veröffentlicht hat. Arbeitet man dort am Wochenende nicht oder sind neuere Ergebnisse peinlich? Denn nur wenn die Mikroben vom Typ HUSEC41 sind, den das Uni-Klinikum Münster als Verursacher der aktuellen Epidemie identifiziert hat, können die Gurken Quell des Problems sein. Sonst wäre die Meldung eher der Rubrik saure Gurken zuzuordnen.
- Ehec in Deutschland Ärzte erwarten mehr Todesfälle 29.05.2011
- Gefährlicher Darmkeim Ehec "Eine überschaubare Geschichte" 28.05.2011
- Gefährlicher Darmkeim Zehn Ehec-Tote - Zahl der Infizierten steigt 28.05.2011
- Ehec-Warnungen Besonnenheit statt Hysterie 05.06.2011
- Ehec: Suche nach Infektionsquelle Sprossen unter Verdacht 05.06.2011
- Gefährlicher Darmkeim Sprossen sollen Ehec-Erkrankungen auslösen 05.06.2011
- Ehec: Kritik am Krisenmanagement "Aufklärung der Bevölkerung muss dringend optimiert werden" 05.06.2011
(SZ vom 30.05.2011/afis)
Kein Wunder, dass man die Quelle noch nicht gefunden hat. Unsere schlauesten Professoren haben ja dazu keine Zeit: sie müssen in Talkshows herumlabern.
Mich wundert, dass noch niemand eine Anzeige gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung gestellt hat. Dann nämlich könnten sich Profis der Polizei an der Suche beteiligen. Unsere Kriminalisten haben das schließlich gelernt.
"Was Sie in Ihen vermeintlichen Antworten hier los lassen, ist schon Ausdruck eines bedenklichen Zustandes."
Meine Antworten sind nicht vermeintlich - Sie sind real existent und auch ganz konkret.
Welchen bedenklichen Zustand meinen Sie denn?
Im Gegensatz zu Ihren Antworten strotzen meine nicht vor Konfusität und Paranoia, sondern sind gut strukturiert und einfach zu verstehen.
Aber noch mal für Sie:
"Eihentlich nur, dass solche Epidemien und Pandemien siet ein paar Jahren plötzlich sehr häufig vorkommen und viele eine Ahnung haben, wer diese verursacht. Beginn war der angebliche Rinderwahnsinn, dann die Vögelchen, dann die Schweine und nun EHEC."
1. Der erste Teil Ihres Beitrags ist kaum zu verstehen.
2. Aus dem Kontext deduziere ich, dass Sie die "Epidemien" der letzten Jashre nicht für ernst nehmen oder für erfunden halten. Richtig?
Hierauf meine Antwort:
"Sie halten die "Epidemien" der vergangenen Jahre für Ablenkungsmannöver, um von wichtigeren Themen abzulenken.
Hierin stimme ich Ihnen teilwiese zu, nur dass dieses Mal nicht so eine Panik geschoben wird, wie die letzten Male.
Erschreckend ist allerdings in der Tat: Wie dumm und panisch der Normalbürger auf diese Nachrichten reagiert - und wie extrem die Medien diese Panik schüren... "
Auch wenn die Quelle irgendwann gefunden wird, wird man daraus etwas lernen? Dabei kommen mir jedoch Zweifel.
Im Prinzip muss es füllig egal sein, wer oder was die Quelle ist oder war.
Die Sicherheitslücken für offene Lebensmittel müssen auf den Fall so oder so geschlossen werden.
Ein großes Risiko für den Verbraucher sind, alle offenen Bezugsquellen wie z.B.
Buffets, SB-Restaurant, Obst - Gemüsseregale, Wochenmärkte und Geschäfte wo offene Lebensmittel ausgegeben und zugleich das Geld kassiert wird.
Nur, wenn niemand mehr dieses russische Roulette - System unterstützt, wird es solche Katastrophen nur noch sehr selten geben.
Nur der Verbraucher entscheidet wie er einkaufen möchte!
"Was hat das alles mit meiner Frage und dem Thema zu tun?"
Ich frage mich auch, was Ihre Beiträge mit dem Thema zu tun haben?
Sie halten die "Epidemien" der vergangenen Jahre für Ablenkungsmannöver, um von wichtigeren Themen abzulenken. Hierin stimme ich Ihnen teilwiese zu, nur dass dieses Mal nicht so eine Panik geschoben wird, wie die letzten Male.
Erschreckend ist allerdings in der Tat: Wie dumm und panisch der Normalbürger auf diese Nachrichten reagiert...
(Aber Sie halten ja alles für ein Ablenkungsmannöver...)
"die nur so vor grammtischen fehlern strotzt"
Oh, da hab ich ja einen buchstaben vergessen und ein Substantiv klein geschrieben.
Das ist natürlich ein Fehler und absolut peinlich. Aber nicht so sinnentstellend wie Ihre Grammatikfehler, Sie können ja noch nicht mal einen geraden deutschen Satz fehlerfrei und verständlich formulieren...
(Und Sie sehen: Ich gebe meine Fehler wenigstens zu, wenn ich welche mache...)
Das Bayer. Landesamt warnt: Legionellen immer im Trinkwasser, Fäkalkeime in bis zu 33% der Proben. Anderswo in Deutschland wird das nicht anders sein. Das UBA berichtet über viele Nachweise von coliformen Bakterien. Prof. Exner, Chef der Trinkwasserkommission vom Bundesgesundheitsministerium, hat oft Enterobacter cloacae im Trinkwasser aus Talsperren nachgewiesen. Das Veterinäruntersuchungsamt Krefeld hat in Trinkwasser in 20% der Proben Rotaviren gefunden. Der 1. Zwischenbericht Reine Ruhr in NRW betont wie auch der neue Statusbericht die Belastung des Trinkwassers durch Viren. Trinkwasser enthält oft Bakterien, Parasiten und Viren. Liefern von Trinkwasser mit Krankheitserregern steht unter Strafe! Wasserwerke mit der üblichen Technik können Krankheitserreger nicht filtern oder abtöten. Daher muss Trinkwasser mit der Ultrafiltration für 50 Cent je Person und Monat gefiltert werden.
http://sites.google.com/site/trinkwasservirenalarm/Trinkwasser-Viren
soddemann-aachen@t-online.de
Paging