CO2-Ausstoß Klimabilanz der Kraftwerke

Wer über den Klimaschutz debattiert, sollte sich die grundlegenden Zahlen vor Augen halten: Jede Energietechnik setzt CO2 frei, jedoch unterschiedlich viel.

Von Christopher Schrader

Wer über den Klimaschutz debattiert, sollte sich die grundlegenden Zahlen vor Augen halten.

Mit diesem Gedanken haben Forscher des Schweizer Paul-Scherer-Instituts (PSI), das sich der Energie- und besonders der Kernenergieforschung widmet, eine Statistik veröffentlicht, die den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid pro erzeugter Kilowattstunde Strom zeigt.

Dabei geht es nicht allein um den laufenden Betrieb, sondern um den kompletten Lebenszyklus vom Bau bis zum Abriss einer Anlage.

So erzeugen auch Wind- und Wasserkraft sowie Kernkraft CO 2 , weil für den Anlagenbau, die Wartung sowie das Herstellen von Brennelementen meist konventionell erzeugte Energie verbraucht wird.

Darum liegt auch Sonnenstrom aus Photovoltaikanlagen relativ hoch, weil die Fabrikation der Siliziummodule noch recht energie-intensiv ist.

Das PSI hat seine Werte meist für den Großteil Westeuropas gerechnet; ähnliche Kalkulationen allein für Deutschland hat das Institut für Energiewirtschaft der Universität Stuttgart gemacht.

Je nach Rahmenbedingungen und Standorten ergeben sich so unterschiedliche Werte.

Speziell die Werte für Nuklearkraftwerke könnten in ähnliche Höhen klettern wie für die Photovoltaik, wenn die Urananreicherung nicht effizient betrieben wird, räumen die PSI-Fachleute ein. Auch das Ausweichen auf weniger ergiebige Uranquellen könne die CO 2 -Bilanz der Kernkraft in Zukunft verschlechtern.