Chemie Superkleber

Wenn Feinde die Hellbraune Wegschnecke angreifen, verkleben sich die Tiere fest mit dem Untergrund. Forscher haben nach dem Vorbild des Schneckenschleims nun ein Haftgel entwickelt, mit dem sich sogar Löcher in schlagenden Herzen stopfen lassen.

Die in Europa verbreitete Hellbraune Wegschnecke produziert speziellen Schleim. Er verklebt die Tiere so fest mit der Oberfläche, dass sie von Fressfeinden kaum losgelöst werden können. Die chemische Struktur der Haftsubstanz diente Forschern als Vorbild für die Entwicklung eines Superklebers, der auch auf feuchten Flächen haftet. Das biokompatible Material lässt sich bei Verletzungen zum Wundverschluss einsetzen und verklebt auch verletztes Gewebe im Inneren des Körpers fester, berichten Forscher um Dave Mooney von der Harvard University im Fachjournal Science. Die Gewebe innerer Organe haben eine feuchte Oberfläche, und einige verändern ihre Form durch Körperaktivitäten. Das erschwert den Einsatz herkömmlicher Klebstoffe in der Medizin, die zudem oft toxisch sind. Die Forscher testen die Eigenschaften ihres Klebers mit unterschiedlichen Geweben von Schweinen. Das Material haftete nicht nur auf der Haut, sondern auch auf den feuchten oder blutverschmierten Oberflächen von Knorpel, Herz, Arterien und Leber. Das Klebegel versiegelte ein Loch in einem Schweineherzen und löste sich nicht beim Zusammenziehen und Ausdehnen des Herzmuskels während des Ein- und Auspumpens von Blut.