Von Markus C. Schulte von Drach

Die Raumsonde Cassini hat die Fontänen des Saturnmondes Enceladus durchquert und schickt bereits erste Daten zurück zur Erde.

Cassini hat nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa am Mittwoch wie geplant den Saturnmond Enceladus passiert und sich der Oberfläche des Planeten dabei bis auf etwa 50 Kilometer genähert. Die Sonde durchquerte auch die Eispartikel-Fontänen der Geysire, die sie bei einem Vorbeiflug vor drei Jahren am Südpol des Mondes entdeckt hatte.

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Die Beobachtung der Hunderte Kilometer tief ins All reichenden Fontänen aus Eispartikeln hatte 2005 für großes Aufsehen gesorgt. Der Mond mit einem Durchmesser von nur 500 Kilometern stößt offenbar kontinuierlich einen Strom winziger Eispartikel aus.

Die Teilchen mit einer Größe von einem tausendstel Millimeter sind auf Bildern von Cassini als Schleier zu erkennen. Sie rasen mit einer Geschwindigkeit von etwa 400 Metern pro Sekunde ins All und versorgen einen der Saturnringe mit Nachschub.

Bei der Nasa interpretiert man das Eis als Hinweis auf flüssiges Wasser unter der Mondoberfläche - eine der Voraussetzungen für Leben.

Während der Dusche in den Fontänen sollte die Sonde Partikel aufnehmen, die Aufschluss geben sollen über die Bestandteile der Wolken.

"Es gibt dort zwei Typen von Teilchen", erklärte Sascha Kempf vom Max-Planck-Institut für Nuklearphysik in Heidelberg. "Solche, die nur aus Wasser bestehen, und solche, die zusätzlich einen anderen Stoff enthalten."

Die reinen Wasserteilchen könnten von der Oberfläche, die schmutzigen Eispartikel aus dem Inneren des Mondes stammen, vermutet Kempf.

Hoffnung auf den Staubdetektor

Ob dies zutrifft, soll der Staubdetektor an Bord der Sonde zeigen, für den Kempf verantwortlich ist. Außerdem hoffen die Wissenschaftler, dass die in den Fontänen enthaltenen Elemente Aufschluss geben über die Zusammensetzung des Planeten.

Cassini sollte auch die sogenannten Tigerstreifen genauer unter die Lupe nehmen - vier lange Rinnen in der Nähe des Südpols, die offenbar der Ursprung der Fontänen sind. Insgesamt acht Geysire hatten Wissenschaftler vom Space Science Institute in Boulder, Colorado, dort im vergangenen Jahr identifiziert.

Die Mission könnte "unser Wissen über die Geysire auf Enceladus revolutionieren", hieß es bei der Nasa. Sorgen, dass Cassini in den Fontänen Schaden nehmen könnte, hatte man bei der Raumfahrtbehörde nicht. Während ihrer Flüge im Orbit um den Saturn habe die Sonde bereits mehrmals Regionen mit ähnlich großen Partikeln passiert, hieß es.

Wie Todd Barber vom Cassini-Team der Nasa berichtete, hat die Sonde nach dem sogenannten Fly-by bereits Funkkontakt zur Erde hergestellt. "Unsere Ingenieure haben begonnen, die ersten Daten einzuschätzen, und auf den ersten Blick sieht es gut aus", erklärte Barber.

Cassini wird 2008 Enceladus noch dreimal begegnen. Und wenn sich bestätigt, dass die Sonde die Eispartikel-Dusche gut verkraftet hat, soll der nächste Vorbeiflug in noch geringerem Abstand erfolgen als dieses Mal.

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(sueddeutsche.de/hgn)