Erstmals nach der "Columbia"-Tragödie sollte ein Space Shuttle wieder in der Nacht abheben, doch wegen schlechten Wetters wurde der Start in letzter Minute verschoben. Einen neuen Termin gibt es aber schon.
Ein neuer Versuch soll nun am Sonntagmorgen mitteleuropäischer Zeit gewagt werden, sagte ein Sprecher der US-Weltraumbehörde Nasa. Allerdings seien die Wetterprognosen auch für den neuen Termin auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida nicht ideal.
Der Countdown wurde in letzter Sekunde abgebrochen - die Wolkendecke war zu dicht (© Foto: Reuters)
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Die Verzögerung bedeutet auch, dass der Deutsche Thomas Reiter zumindest ein klein wenig länger als geplant im All bleiben wird.
Der Spaceshuttle "Discovery" sollte ursprünglich um 21.36 Uhr Ortszeit (Freitag, 03.36 Uhr MEZ) zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Dort will die Besatzung wichtige Ausbauarbeiten vornehmen.
"Risiko zu groß"
Aber eine hartnäckig dichte Wolkendecke zwang die NASA zu der Verschiebung des Starts. Es sei bis zuletzt fraglich gewesen, ob die Wolkendecke noch aufreißen werde, sagte der Nasa-Verantwortliche Mike Leinbach. Das Risiko sei zu groß gewesen.
Die Wetterbedingungen sind für die Starts der US-Raumfähren im Falle von Pannen von großer Bedeutung. So sind gewisse Mindestsichtbedingungen wichtig, falls die Raumfähre nach dem Start eine sichere Notlandung auf dem Raumfahrtgelände einleiten muss.
Die Nasa hat noch bis zum 17. Dezember Zeit, die "Discovery" auf den Weg zu bringen - dann schließt sich das Startfenster vorläufig. Neuer Starttermin ist Samstagabend 20.47 Uhr Ortszeit (Sonntagfrüh 02.47 Uhr MEZ).
Mit dem 49 Jahre alten Crister Fuglesang fliegt erstmals ein schwedischer Astronaut in den Weltraum. Zur siebenköpfigen Besatzung der "Discovery" gehört auch die Amerikanerin Sunita Williams, die den Deutschen Reiter als Langzeitbewohnerin des Außenpostens im All ablösen soll.
Der Astronaut der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA hält sich seit fünfeinhalb Monaten in der Station auf und soll mit der "Discovery" wieder zur Erde zurückkehren.
Schwierige Reparaturarbeiten geplant
kompVorher wird auf die Shuttle-Besatzung aber noch der bisher komplizierteste Einsatz beim Ausbau der ISS zukommen. So soll bei drei Ausstiegen eine containergroße Halterung an der Außenwand der Station angebracht werden. Daran sollen später Sonnensegel montiert werden. Außerdem muss die Crew das Stromkabelsystem verbessern und das Hauptkühlsystem der Station aktivieren.
Seit dem "Columbia"-Unglück am 1. Februar 2003 hatte die Nasa ihre Raumfähren nur bei Tageslicht auf den Weg geschickt, um sicher zu gehen, dass etwaiger vom Außentank abfallender Schaumstoff auch von den mehr als 100 beim Start eingesetzten Kameras erfasst wird. Das Absprengen von Schaumstoffstücken hatte seinerzeit zum Auseinanderbrechen der "Columbia" beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und zum Tod aller sieben Astronauten an Bord geführt.
Die Nasa will aber nach eigenen Angaben von nun an Shuttles auch wieder im Dunkeln starten lassen, weil Tests ergeben haben, dass die Feststoffraketen bei Zündung genügend Licht für die Kamera-Bilder erzeugen.
(dpa/AFP)
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