Die weiche Droge Cannabis genießt nicht nur bei ihren Konsumenten einen relativ guten Ruf. Doch regelmäßiger Konsum erhöht bei jungen Menschen das Risiko für Psychosen bis hin zur Schizophrenie.
Menschen tut es immer weh, wenn sie auf liebgewordene Suchtstoffe verzichten sollen, die das Leben zumindest zeitweise erleichtern. Sie ignorieren deshalb gerne Berichte über mögliche Gesundheitsfolgen ihres Konsums.
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Auch in europäischen Treibhäusern wächst so manche Marihuana-Pflanze, so wie hier in einer illegalen Anlage in Polen. Viele Cannabis-Konsumenten unterschätzen die möglichen psychischen Nebenwirkungen der als sanft geltenden Droge. (© AFP)
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Während die häufig tödliche Wirkung der beiden großen Volksdrogen Alkohol und Nikotin mittlerweile unbestritten ist, genießt die weiche, aber illegale Droge Cannabis nicht nur bei ihren 2,4 Millionen deutschen Konsumenten einen relativ guten Ruf: Sie ist in üblichen Dosen nicht giftig, befördert zwar eine chronische Bronchitis, erzeugt aber keine körperliche Abhängigkeit. Und solange er sich nicht zugedröhnt an das Steuer eines Fahrzeuge setzt, beeinträchtigt der friedliche Kiffer seine Umwelt weniger als die alkoholisierten Schlachtenbummler im öffentlichen Nahverkehr.
Nur ein Verdacht stört seit Jahren das Weltbild der Pflanzer und Raucher der Hanfpflanze: dass nämlich chronischer Cannabiskonsum bei gefährdeten Personen das Risiko erhöht, eine Schizophrenie zu entwickeln.
Insofern sind es schlechte Nachrichten, die ein Team von Psychiatern, Psychologen und Statistikern um Rebecca Kuepper und Jim van Os von der niederländischen Universität Maastricht jetzt im medizinischen Fachblatt British Medical Journal (online) veröffentlicht.
Ihre Kohortenstudie an knapp 2000 deutschen Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 24 Jahren über einen Zeitraum von zehn Jahren ist der bislang überzeugendste Beweis, dass Cannabis-Rauchen in dieser Lebensphase tatsächlich das Risiko verdoppelt, psychotische Symptome auszubilden.
Auch wenn Faktoren wie Geschlecht, sozioökonomischer Status, der Konsum anderer Drogen und das Vorliegen weiterer psychischer Störungen berücksichtigt werden, ergibt sich, dass Kiffer häufiger akustische Halluzinationen oder Wahnvorstellungen erleben. Mehr noch, schreiben die Forscher: "Fortgesetzter Cannabis-Konsum erhöht möglicherweise das Risiko für psychotische Krankheiten, weil er die Dauerhaftigkeit der Symptome verstärkt.
" Mit anderen Worten: Kiffen kann eine Schizophrenie auslösen.
Dabei ist in der Forschung seit langem unbestritten, dass Cannabis-Konsumenten häufiger unter psychotischen Symptomen leiden, doch unklar war die Kausalität - nicht auszuschließen, dass diese Korrelation zwischen Droge und Krankheit ein Zufall ist und die Symptome durch genetische Faktoren oder andere Drogen ausgelöst werden.
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Und damit sagt man gleichzeitig, daß es nur eine Korrelation ist. Darüber hinaus ist eine Inzidenz von 1:2000-4500 womöglich nur eine statistisch irrelevante Wahrscheinlichkeit.
Zitat: "Angesichts solcher Ergebnisse ist es wahrscheinlich, dass Cannabis-Konsum Schizophrenie bei Menschen auslöst, die aufgrund ihrer Biographie oder Familiengeschichte vulnerabel sind"
Wenn man vulnerabel, also anfällig dafür ist, kann schon ein prägendes Erlebnis schwerwiegende Probleme auslösen.
Vielleicht auch schon der Verzehr einer überreifen Banane?
... es gibt drogen - gesetze und jedem canabis raucher ists wurscht... dies allein ist in unserer gesellschaft schon mal sehr positiv... schizophren sind die argumente der regierung allemal... thc als schmerzmittel wird bestraft aber mit schweren schmerzmitteln der pharma industrie darf man sich leber, nieren und magen ruinieren weils gut ist fuer die pharmaindustrie... dein koerper gehoert scheinbar dem staat der entscheidet was du diesem zufuehrst... staatlich kalkuliert auch die gewinne fuer die industrie und dem steueraufkommen... es waere ein grosser verlust fuer die wirtschaft wuerde wie in der schweiz sich jeder konsument 4-6 pflanzen auf seinem balkon zuechten... wie koennte man heir besteuern.. immer wieder lese ich in dem artikel "koennte", "steht im verdacht" fakt ist das thc gegen depressionen, bulemie, schmerzen und vieles andere hilft... verglichen mit den nebenwirkungen pharmazeutischer produkte ist die unbewiesene annahme ja doch eher ein klacks. die suchtpraevention wird hier ganz gross geschrieben, wobei alkohol, lotto, kaufrausch staatlich gefoerdert wird... ein prinzip des kapitalismus... foerdere was geld bringt, verbiete was den gewinn minimiert
Vor kurzem hatte ich in einer anderen Verlagspublikation von einer Petition zur Entkriminalisierung der Konsumenten gelesen. Diesen Ansatz fand ich recht überzeugend.
Kann es sein, dass die Psychosen nicht auch durch die Illegalität verstärkt werden?
Habe schon öfter gelesen, dass sämtliche Ängste vor allem durch den Umstand des verbotenen Konsums verursacht werden.
Wenn man Angst hat erwischt zu werden, sind natürlich auch paranoide Vorstellungen vorprogrammiert.
Dort stand, dass vor allem durch die Angst vor Strafverfolgung von Konsumenten mit allen Konsequenzen (Gefängnis- und Bewährungsstrafen wegen geringer Mengen, Hausdurchsuchung, Führerscheinentzug, Arbeitsplatzverlust, Onlinedurchsuchung ect) man als psychisch vorbelasteter Mensch durchaus einer Belastung ausgesetzt ist, die im Extremfall eben auch Psychosen auslösen kann.
Selbst kenne ich leider (oder glücklicherweise) nur einen, der paranoide schizophren ist und dem Alkohol recht zugeneigt ist.
Vielleicht sollte man auch diese Wechselwirkung genauer untersuchen, ich kann mir nicht vorstellen, dass Alkohol da keine Schalter umlegt, was ich mir auch von Psychopharmaka vorstellen könnte, die man mindestens ebenso leichtfertig bekommen kann. Ich kenne zwar niemand der Canabis verkauft, aber einige Ärzte, die einem alles aufs Rezept setzten, was man möchte.
Zudem noch die ganzen Spam-Mails mit Viagra und sonstiger Tabletten Werbung.
Auch haben Medikamente unzählige Nebenwirkungen, die noch mehr als Psychostörungen auslösen können, diese sollten auch viel kritischer untersucht werden.
Spontan fällt mir da das Ritalin für unsere lieben Kleinen ein, das Amphetamin beinhaltet, eine ansonsten illegale Kriegs-Droge, weil die Kinder halt nicht so die Leistung bringen, die sie sollen, und das ist richtig pervers.
Durch das strikte Verbot und den schweren Zugang zu der im Artikel erwähnten Substanz, sehe ich die "Paranoia" vor diesem Thema als völlig überbewertet, wenn nicht sogar als die Ursache des Problems.
@Karl Mühlbauer:
"wie man von 2000 Studienteilnehmern darauf schließen kann einen von 2000-4500 durch Abschotten von der Substanz vor einer Psychose bewahren zu können"
Da geh'ts um Grundlagen von Statistik. Bei Interesse: Im Internet dürfte es irgendwo gute Einführungen geben (Wikipedia zähle ich leider nicht dazu, die entsprechenden Artikel sind zu schwer verständlich), aber das Einfachste wird sein, in die nächste Bibliothek (möglichst: Unibibliothek) zu gehen und eine Einführung in die Statistik zu suchen.
Falls Dir das zu viel Mühe ist (vollstes Verständnis), mag als Daumenregel gelten: Hochrechnungen sollten ab ca. 1000 Studienteilnehmern möglich sein, obwohl es natürlich auf die Auswahl der Teilnehmer ankommt. (Wenn man *wirklich* repräsentative Teilnehmer findet, gehen per Definition auch weniger, aber die zu finden ist meist schwer. Wenn man aber absolut keine repräsentativen Teilnehmer findet, reichen selbst 1.000.000 nicht. Beispiel: Wenn man 1.000.000.000 Deutsche befragte, ohne zu berücksichtigen, daß es sich z.B. zu 80% um Männer handelte (= nicht in allem repräsentativ)... würde man z.B. logischerweise die Zahl der Brustkrebspatienten wie auch der Vegetarier(inn)en usw. unterschätzen.) [Übrigens: Wenn man keine Hochrechnungen, sondern nur Effekte von etwas - z.B. vom Kiffen - untersuchen will, kann man noch ***viel*** kleinere Studien durchführen. Aussagekräftig können da manchmal schon 10-20 Personen sein! Ja, seriöse Statistik ist ziemlich aussagekräftig; sie wird nur leider allzuoft von Laien mit Meinungen à la "eh alles Fälschung" und Churchill-Zitaten usw. komplett mißverstanden. Das Problem liegt meist nicht in der Statistik, sondern in der Interpretation: Wer z.B. hier behaupten würde, *jeder* Kiffer würde nach genug Cannabis schizophren, der hat schlicht die (richtigen) Daten falsch *interpretiert*.]
Im konkreten Fall: Wenn man Teilnehmer auswählt, die 1.) für Kiffer und 2.) für Schizophrenie-Gefährdete repräsentativ sind, kann man mit 2000 Studienteilnehmern durchaus Voraussagen für die Bevölkerung treffen.
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