Cannabis und Krebs Ein Joint ist so schädlich wie 20 Zigaretten

Die Hinweise häufen sich, dass der Cannabis-Konsum erheblich gefährlicher ist als bislang gedacht. So melden neuseeländische Forscher, dass der Rauch eines Joints so krebserregend ist wie der von 20 Zigaretten.

Cannabis-Konsum ist nicht nur nicht harmlos. Die Hinweise häufen sich, dass die Gefahren von Joints erheblich größer sind, als bislang angenommen. So ist der Rauch eines Joints so krebserregend wie der von 20 Zigaretten.

Das berichtet eine Gruppe neuseeländischer Forscher im European Respiratory Journal (Bd. 31, Nr. 2).

Demnach zeigen Untersuchungen von Wissenschaftlern um Richard Beasley vom Medizinischen Forschungsinstitut in Wellington (Neuseeland) "wirklich alarmierende" Resultate. Je länger und je mehr Cannabis geraucht werde, umso höher liege das Risiko für Lungenkrebs - und zwar unabhängig vom Tabakkonsum.

Für die Studie hatten die Forscher neuseeländische Lungenkrebspatienten im Alter unter 55 Jahren untersucht. Alle waren über ihre Rauchgewohnheiten, die Krankheitsgeschichte der Familie und den Beruf befragt worden. Zusätzlich berichteten sie über ihren Alkohol- und Cannabiskonsum.

Patienten, die in ihrem Leben mehr als 20 Joints geraucht hatten, wurden noch genauer befragt. So wurden 79 Lungenkrebspatienten mit einer Kontrollgruppe von 324 anderen Patienten verglichen.

Eines der Resultate: In der Gruppe mit hohem Cannabis-Verbrauch (über zehn Jahre hinweg ein Joint täglich oder fünf Jahre lang zwei Joints am Tag) war das Risiko für Lungenkrebs 5,7 Mal höher als bei den übrigen Patienten.

Mit Blick auf diese Diagnose war das Rauchen eines Joints so gefährlich wie das Rauchen von 20 Zigaretten, schreiben die Autoren. Dieser Zusammenhang zeigte sich unabhängig von den übrigen Rauchgewohnheiten.

"Obwohl unsere Studie nur eine relativ kleine Gruppe berücksichtigt, zeigt sie klar, dass langfristiges Cannabis- Rauchen das Lungenkrebsrisiko erhöht", erklärte Beasley.

Bereits 2007 hatte er in einer anderen Studie im Journal Thoraxa gezeigt, dass der Rauch aus getrockneten Cannabis-Blättern (Marihuana) die Zahl feiner Verästelungen in der Lunge verringert. Diese sind für den Sauerstofftransport ins Blut und den Abtransport von Schadstoffen zuständig. Cannabis-Raucher hätten zudem häufig keuchende Atemgeräusche, sonderten Schleim ab, husteten und hätten ein Gefühl der Enge in der Brust.

Der Rauch eines Joints enthält zudem bis zu zwanzigmal mehr schädliches Ammoniak als der einer Zigarette, wie Forscher um David Moir von der kanadischen Gesundheitsbehörde ebenfalls 2007 im Chemical Research in Toxicology berichtet hatten.

Zudem seien Stickstoff-Monoxid und weitere Stickstoff-Oxide im Marihuana-Rauch drei- bis fünfmal höher konzentriert als im Zigarettenqualm.