Das Bundesamt für Naturschutz hält Gentechnik in der Landwirtschaft für riskant. Im Bundestags-Agrarausschuss hat diese Einschätzung zu einem Eklat geführt.

Das Bundesamt für Naturschutz betrachtet den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft als riskant.

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BfN: "Schädlingsresistente Kulturen können direkte Auswirkungen auf die Natur und die Umwelt haben, wenn sie über die Schädlinge hinaus weitere Organismengruppen beeinträchtigen". (© Foto: dpa)

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"Schädlingsresistente Kulturen können direkte Auswirkungen auf die Natur und die Umwelt haben, wenn sie über die Schädlinge hinaus weitere Organismengruppen beeinträchtigen", hieß es in einem Bericht zu Gentechnik und Welternährung, über den am Mittwoch der Bundestags-Agrarausschuss debattierte.

Unter Umständen würden solche schädlichen Effekte erst langfristig sichtbar, warnte das Amt. In Entwicklungsländern solle so lange auf den Einsatz genveränderter Pflanzen verzichtet werden, bis ihr Nutzen nachgewiesen sei. Das Bundeslandwirtschaftsministerium nahm den Bericht teilweise mit Skepsis auf.

"Wir nehmen die Risiken sehr ernst", sagte die Parlamentarische Agrarstaatssekretärin Ursula Heinen (CDU). Es gebe aber "große Bauchschmerzen" mit einigen Studien aus dem Papier. Im Ausschuss kam es laut Teilnehmern zu einem Eklat.

Der CDU-Politiker Peter Bleser kritisierte nach Teilnehmerangaben, dass der Bericht der Präsidentin des Bundesamts, Beate Jessel, nicht wissenschaftlich fundiert sei. Die FDP-Abgeordnete Christel Happach-Kasan warnte, dass das Naturschutz-Bundesamt setze die Fachkompetenz aufs Spiel. Die Grünen- Agrarpolitikerin Cornelia Behm warf der Union ein Desinteresse an möglichen Gefahren der Gentechnik für Natur und Verbraucher vor.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) will ein nationales Anbauverbot von Genmais MON 810 des Konzerns Monsanto prüfen. Dieser genveränderte Mais soll mit einem Gift Schäden durch den Schmetterling Maiszünsler verhindern.

Aigner hatte angekündigt, möglichst noch im März darüber zu entscheiden, ob Monsanto die Auflagen für den Genmais-Anbau einhält. Wenn nicht, will sie dies über eine EU-Ausnahmegenehmigung verbieten. Bisher ist bundesweit Genmais für eine Fläche von 3700 Hektar beantragt. Das Online-Netzwerk Campact will Aigner an diesem Donnerstag auffordern, den Anbau vor der Aussaat ab Mitte April zu verbieten.

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(dpa/mcs)