Warum Brillenbären in zahlreichen Zoos ihr Fell verlieren, ist Experten bis heute ein Rätsel. Nun wurde sogar ein freilebendes Tier nackt gesichtet.
Besuchern des Leipziger Zoos bietet sich im Brillenbären-Gehege ein trauriges Bild: Bärendame Dolores ist bis auf ein paar Haarbüschel an Schnauze und Nacken völlig nackt. Zwei Artgenossinnen zeigen ebenfalls kahle Stellen. Neben Haarausfall plagen Juckreiz und Bindehautentzündungen die Tiere.
Mindestens 21 Brillenbären aus Zoos in ganz Europa leiden an dem rätselhaften Haarausfall. (© Foto: Sebastian Willnow, ddp)
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Ein Schild verweist auf eine rätselhafte Krankheit der Brillenbären mit unbekannter Ursache. Der Zoo sorge aber dafür, dass die Tiere nicht leiden müssten, heißt es dort außerdem. "Im Moment wird mit Tabletten und Injektionen entzündungshemmend behandelt, eine wirksame Therapie ist aber nicht bekannt", fügt Zoodirektor Jörg Junhold hinzu.
21 Brillenbären sind Erhebungen zufolge in den Zoos in ganz Europa erkrankt, knapp 70 sollen es in Nordamerika sein. "Das sind zwischen zehn und zwanzig Prozent der Bestände", sagt Junhold.
Bereits in den siebziger Jahren soll es einen Fall geben haben. Offenbar sind bislang nur Weibchen betroffen. In Leipzig traten erstmals 2001 Symptome bei einem Brillenbärweibchen auf.
Mittlerweile ist in Südamerika nun auch in freier Wildbahn ein erkranktes Tier gesichtet worden. Die Information sei noch nicht wissenschaftlich gesichert, da sie auf einem mündlichen Bericht basiere, sagt Junhold. "Das würde aber bedeuten, dass es keine zoospezifische Krankheit ist", betont er.
Obwohl sich Experten bereits seit etwa zehn Jahren mit dem Fell-Leiden auseinandersetzen, stehen sie bis heute vor einem Rätsel. Seit dem Frühjahr untersucht nun eine internationale Expertengruppe, ob es sich möglicherweise um Störungen im Hormonhaushalt oder einen Gendefekt handelt.
Eine Erkenntnis haben die Forscher allerdings gewonnen: Stress mit Artgenossen scheidet als alleiniger Auslöser aus. Ein Jahr in einem separaten Gehege brachte Brillenbären-Weibchen Dolores keine Besserung.
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(sueddeutsche.de/kvg)
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Der letzte Satz des Artikels ist so absurd und spiegelt das ganze Zoo-Missverstaendnis wieder: Ein hoch intelligentes Tier wie ein Brillenbaer ist naetuerlich auch dann gestresst, wenn er alleine im Gehege ist.
Zoos sind Stress fuer Tiere und wir sollten uns wirklich fragen, ob wir mit dieser Tierquaelerei im 21. Jahrhundert weiter machen duerfen. Was haben die Tiere denn verbrochen, um sie einzusperren?
Servus,
de Bärn wern se hoid amoi a bissl wos ausziagn.
Zwengs am Klimawandl.
Servas, da Stoiz vo da Au
zeigt sich doch einmal mehr, das die lebenslange Verknastung Tierquälerei ist. Die Tiere leiden nicht...haha...gaaanz schlechter Witz. Tierparks gehören abgeschafft. Wenn Kinder nicht mal mehr wissen, wie eine Kuh oder ein Schaf aussehen, kann ich denn pädagogischen Mehrwert eines Zoo's nicht erkennen. Zumal in Zeiten von YouTube.
d
Ein Thema von weltbewegender Bedeutung. Haarausfall bei Brillenbären.