Biologie Zähne ohne Ende

Erdbohrer tun genau das, was ihr Name sagt: Sie bohren Gänge in die Erde - und zwar mit ihren Zähnen. Dass ihnen das ihr ganzes Leben lang möglich ist, verdanken sie einer besonderen Anpassung.

Von Moritz Pompl

Silbergraue Erdbohrer (Heliophobius argenteocinereus) gehören neben wenigen Seekuh- und Känguruarten zu den einzigen Säugetieren, die ihre Zähne ein Leben lang erneuern können.

Der Erdbohrer scheint nur aus Fell und Zähnen zu bestehen.

(Foto: PNAS)

Dies berichten Zoologen der Universität Lyon (PNAS, online). Sie untersuchten 55 Erdbohrer-Schädel im 3-D-Computertomographen.

Dabei stellten sie fest, dass die Tiere - abgesehen von ihren prominenten Schneidezähnen - je Zahnreihe über bis zu sieben Backenzähne verfügen, die im Lauf der Zeit nach vorne wandern, um schließlich auszufallen.

Die Lücke wird durch Zähne geschlossen, die von hinten nachrutschen. Immer wieder bilden sich diese Ersatzzähne neu in den hinteren Winkeln des Kieferknochens.

Erdbohrer sind Einzelgänger und kommen in Nordmalawi vor. Mit ihren Zähnen graben sie unterirdische Gänge und ernähren sich von Wurzeln - dadurch wird das Gebiss stark abgenutzt.