In Kamerun stehlen Menschen hungrigen Löwen die Beute und zeigen damit, wer den Titel des obersten Raubtieres wirklich verdient.

Die Hierarchie der Tiere zeigt sich daran, wer wem das Fressen wegnehmen darf. "Kleptoparasitismus" nennen Biologen dieses Verhalten von Raubkatzen in Afrika, wo Löwen die Beute von Hyänen oder Geparden stehlen. In dieser Logik aber ist der Mensch das oberste Raubtier, weil er selbst ein Paar hungriger Löwen von einer soeben gerissenen Antilope vertreiben kann.

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Löwen stehlen und lassen stehlen. (© Foto: AP)

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Holländische Biologen haben das im März 2006 im Bénoué-Nationalpark in Kamerun erlebt und schreiben jetzt darüber im African Journal of Ecology (online). Sie hatten das Löwenpaar morgens an einer toten Kuhantilope beobachtet; vom Motorengeräusch aufgeschreckt, zogen sich die Tiere in ein Gebüsch zurück. Als die Forscher nachmittags wiederkamen, flohen Menschen von dem gleichen Kadaver ins gleiche Gebüsch. Das Fleisch hatten sie mit Messern abgeschnitten und offenbar in Blätter verpackt.

Zwar haben die Forscher nicht gesehen, wie die Menschen die Löwen vertreiben. Aber neben dem Skelett lag ein Knüppel. Zudem belegen etliche Berichte anderer Wissenschaftler und von Hirtenstämmen, dass Menschen den Raubkatzen regelmäßig die mühsam erjagte Beute stehlen.

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(SZ vom 28.07.2009/cris/beu)