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KIRIBATI: Der Inselstaat versinkt bald im Meer
Die rund 90.000 Bewohner der Inseln des Pazifikstaates Kiribati sind es gewohnt, die Ersten zu sein. Wenn sie Neujahr feiern, muss der Rest der Welt noch warten.
Doch nun haben die Insulaner eine traurige Premiere vor sich: Weil ihr Lebensraum weniger als zwei Meter aus dem Meer ragt, wird er in den nächsten 50 Jahren untergehen. Schon jetzt überspült regelmäßig Meerwasser die Inseln. Dadurch versalzen die Böden und erodieren, was sich auf die Ernte schlecht auswirkt. Auch durch Stürme wird immer mehr Land abgetragen. Weil salziges Meerwasser darüber hinaus in die Süßwasservorkommen eindringt, wird das Trinkwasser knapp. Ein Teil der Bevölkerung Kiribatis muss daher wohl schon in den nächsten zehn Jahren umziehen, befürchtet Staatschef Anote Tong.
Zwei bis drei Zentimeter pro Jahrzehnt steigt das Wasser nach Angaben des Weltklimarates der UN. Forscher der Universität Buffalo schätzen, dass der Anstieg sogar doppelt so hoch ausfallen könnte. Im Bericht der Uno fehlten genaue Untersuchungen über die schmelzenden Eismassen Grönlands, so die Wissenschaftler. Mit neuen Daten und exakten Vermessungen von Satellitenbildern kommen sie auf einen wesentlich höheren Wert. Demnach wird das Meer im 21. Jahrhundert um einen Wert zwischen 36 und 118 Zentimetern ansteigen.
Welche exakte Höhe der Meeresspiegel am Ende auch erreichen mag: Das Schicksal von Kiribati, Tuvalu und anderen Pazifikstaaten scheint in jedem Fall besiegelt zu sein. Zwei Inseln sind schon untergegangen: Tebua Tarawa und Abanuea versanken im Jahr 1999 im Meer. Glücklicherweise waren sie unbewohnt.
Foto: Reuters
4. Mai 2008, 17:32 2008-05-04 17:32:00