Von Von Agnes Steinbauer

Auf dem "Einstein-Tag" in Berlin kommen die beteiligten Begabtenförderwerke zu dem Schluss, dass auf dem Weg zu einer besseren "Exzellenzförderung" erste Schritte gemacht sind. Bezüglich praktikabler Fördererkonzepte herrscht aber weiterhin Ratlosigkeit.

Die "Leuchttürme" der Elite-Unis erstrahlen noch nicht am Horizont, aber erste Schritte zur besseren "Exzellenzförderung" sind gemacht - das war Konsens beim "Einstein-Tag" in Berlin, zu dem die elf deutschen Begabtenförderwerke vergangene Woche eingeladen hatten.

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Nicht einvernehmlich geklärt werden konnte die Frage "Elite in Deutschland - Glanz oder Elend?", auch nicht von einem hochkarätig besetzten Podium. Dort zeigte sich zudem die Ratlosigkeit bezüglich praktikabler Förderkonzepte.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) versuchte, mit der gerade nach langem Streit mit den Ländern verabschiedeten "Exzellenzinitiative" gegen das "Elend" in der Begabtenförderung "anzuglänzen". Das gelang, wenn auch mit Vorbehalten. Dieter Grimm - ehemaliger Verfassungsrichter, nun am Wissenschaftskolleg in Berlin und einst Stipendiat des Cusanuswerkes - begrüßte das 1,9 Milliarden Euro schwere Programm als unverzichtbaren Geldsegen.

Begabtenförderung noch lange nicht ausgeschöpft

Grimm, der auch an der Humboldt-Universität lehrt, warnte jedoch zugleich davor, die deutsche Hochschullandschaft in Elite-Unis, "normale" oder gar schlechte Hochschulen aufzusplitten. Sein Vorschlag: Begabtenprogramme mit kleinen Lerngruppen an so vielen Universitäten wie möglich.

Auch der Eliten-Forscher Michael Hartmann von der TU Darmstadt sprach sich dagegen aus, über den Elite-Begriff Minderheiten zu favorisieren. Exzellenz müsse aus dem "breiten Strom" der Studierenden kommen. Das aber sei schon deshalb schwer zu erreichen, da in Deutschland viel an Elite-Potential schon durch das dreigliedrige Schulsystem "abgeschnitten" werde.

Dass die Begabtenförderung hierzulande noch lange nicht ausgeschöpft ist, betonte auch Niels Weidtmann, der Leiter des Berliner Büros des größten Begabtenförderwerkes, der "Studienstiftung des Deutschen Volkes". 12000 Stipendiaten gibt es derzeit insgesamt - das sind gerade einmal 0,7 Prozent aller Studierenden. Der Generalsekretär der Studienstiftung, Gerhard Teufel, betrachtet diese Zahl als ein Armutszeugnis - drei Prozent eines Jahrgangs könnten und sollten gefördert werden.

Auf Stärken besinnen

Dennoch: Mit den geplanten zusätzlichen Graduiertenschulen und der "Exzellenzinitiative", durch die Universitäten um zusätzliche Mittel konkurrieren können, sei zumindest ein guter Anfang gemacht - auch "wider den brain drain", das massenhafte Auswandern talentierter Nachwuchswissenschaftler ins Ausland.

Jetzt, so Teufel, müsse es gelten, mit dem wenigen Geld, etwas Vernünftiges anzufangen. Und dabei sollten sich die deutschen Universitäten auf eine ganz spezielle Stärke besinnen: "Sie liegt darin, dass man überall studieren und trotzdem an einem Exzellenznetzwerk teilnehmen kann."

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(SZ vom 4.7.2005)