In Experimenten mit Ratten ist es US-Forschern gelungen, angstbesetzte Erinnerungen zu löschen - ohne Medikamente. Ein scheinbar simples Detail ist dabei entscheidend.
Vergessen, das ist manchmal einfacher, als einem lieb ist. Der Inhalt eines komplexen Buches oder Kinofilms, der Stoff für eine Prüfung oder auch nur der Termin für den nächsten Zahnarztbesuch prägen sich oft nur mühevoll im Gedächtnis ein.
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Angstauslösende Erinnerungen lassen sich bei Ratten auch ohne Medikamente umprogrammieren - wenn das Timing stimmt. (© Foto: AFP)
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Andere Formen von Erinnerungen graben sich hingegen tief ins Gehirn ein: emotionale Gedächtnisinhalte. Sie werden weitgehend unbewusst aufgrund unserer Erfahrungen gewonnen, und sind daher auch nur schwer zu beeinflussen oder gar zu beseitigen.
Problematisch ist dies vor allem bei angstbesetzten Erinnerungen, die von einer extremen Erfahrung körperlicher oder seelischer Gewalt herrühren wie sie zum Beispiel zu Kriegszeiten, aber manchmal auch im familiären Umfeld erlebt werden. Wie man Traumata beheben kann, beschäftigt Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten
Die erfolgreichsten Versuche, angstauslösende Erinnerungen dauerhaft auszumerzen, basierten bislang auf deutlichen körperlichen Eingriffen durch Genmanipulation oder dem Verabreichen von Arzneien. Doch jetzt ist es Forschern an der New York University in New York City in einem Experiment gelungen, Inhalte des Angstgedächtnisses bei Ratten allein durch ein Verhaltenstraining längerfristig zu löschen.
Als entscheidend für eine dauerhafte Veränderung erwies sich dabei ein scheinbar einfaches Detail: Eine Umprogrammierung der Gedächtnisinhalte musste im richtigen Moment eingeleitet werden. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Neurowissenschaftler vor ein paar Tagen online im US-Fachjournal Science (DOI 10.1126/science.1167959).
Zugang zum Langzeitgedächtnis
Für ihr Experiment versetzten Forschungsleiterin Marie Monfils und ihre Kollegen zunächst Ratten beim Klang eines bestimmten Tons einen Elektroschock, und erzeugten so in den Nagetieren Angst vor diesem Geräusch. Am nächsten Tag spielten die Forscher den Ton noch einmal ab - und riefen damit die angstbesetzte Erinnerung im Gedächtnis der Tiere wach.
Im Anschluss ließen sie die Ratten ein Verhaltenstraining zur Angstlöschung durchlaufen - das furchteinflößende Geräusch wurde weitere 18 mal gespielt, ohne dass dabei Elektroschocks verabreicht wurden. Die Ratten konnten so die ursprüngliche Erfahrung mit dem Klang revidieren und ihn als unbedenklich einstufen. Das zeigte eine deutliche Wirkung: Alle Versuchstiere hatten nun zunächst weniger Angst vor dem Ton.
Doch es gab einen entscheidenden Unterschied: Die Wissenschaftler führten das Desensibilierungstraining gegenüber dem beängstigenden Klang in unterschiedlichen Zeitabständen zum reaktivierenden Reiz durch - mit klaren Auswirkungen auf das Langzeitgedächtnis der Nager. Nur bei den Tieren, bei denen das Verhaltenstraining in einer Zeitspanne zwischen zehn Minuten und einer Stunde nach der Reaktivierung der Angst-Erinnerung durchgeführt worden war, hielt der Effekt länger als einen Monat an.
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wie hieß es früher doch:
wenn mann vom pferd/fahrrad fällt gleich wieder aufsteigen, ansonsten finden man nicht mehr den mut es wieder zu tun.
Na also. Und da soll noch jemand sagen, dass Tierversuche keine tollen Ergebnisse liefern.
Wir gongen und die Ratte krieg eine gebatscht. Und stellen fest, dass sie jetzt Angst vor dem Gong hat.
Dann lassen wir es x-mal gongen ohne Batsch. Und stellen fest, dass sie jetzt weniger Angst hat, vor dem Gong, und das funktioniert am besten zeitnah danach.
Also wenn das mal nicht ein äußerst vielversprechender Ansatz und ein wertvolles Forschungsergebnis für die Therapierung traumatisierter Menschen ist, dann weiß ich auch nicht.