In Grönland existieren Bakterien unter 3000 Meter dickem Eis. Nun haben Forscher einige davon aufgetaut.
Gemessen an ihrem Alter sind die Mikroben blitzschnell aufgetaut worden. Für die beteiligten Forscher hingegen war es eine Geduldsprobe. Fast zwölf Monate lang haben Jennifer Loveland Curtze und ihre Kollegen von der Pennsylvania State University Keime aus der Urzeit in einem Klimaschrank herangepäppelt: zunächst sieben Monate bei zwei Grad Celsius, dann viereinhalb Monate bei fünf Grad, bis die Bakterien kleine Kolonien bildeten.
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Für die Einzeller war es ein gewaltiger Zeitsprung: Seit mindestens 120.000 Jahren waren die Kleinstlebewesen vom restlichen Leben auf diesem Planeten isoliert - zuletzt unter 3042 Meter dickem Eis in Grönland. Eine Eiskernbohrung brachte die Einzeller zurück in die Biosphäre (Journal of Systemic and Evolutionary Microbiology, Bd.59, S.1272, 2009).
Die Bedingungen, die die Bakterien ertragen hatten, sind wenig einladend: Es gibt unter dem Eis kaum Nahrung, kaum Sauerstoff, es ist kälter als minus 50 Grad Celsius, und wo Wasser noch flüssig ist, in dünnen Schichten zwischen Eisblöcken, herrscht ein gewaltiger Druck. Doch die Mikrobe Herminiimonas glaciei hat dieses Exil überlebt.
Dabei hat ihr offenbar geholfen, dass sie sehr klein ist: Ihre Form ähnelt kleinen Stäbchen mit langen Geißeln, aber sie passt noch durch 0,2-Mikrometer-Filter, wie sie normalerweise zur Sterilisation von Flüssigkeiten benutzt werden. Von den winzigen Einzellern würden bis zu 50 Stück in ein menschliches Darmbakterium der Art E. coli passen.
Forscher sind fasziniert von der Überlebensfähigkeit der Mikroben. "Diese extrem kalten Umgebungen sind die besten Modelle für mögliche außerirdische Habitate", sagt Loveland-Curtze. Sollte also an anderen Stellen im Weltall Leben entstanden sein, könnte es womöglich ebenso ein Dasein tief unter Eismassen fristen und mit einem äußerst gebremsten Stoffwechsel auf bessere Zeiten warten. Auch eine der Theorien über den Ursprung des Lebens auf der Erde vermutet die Entstehung erster, sich selbst reproduzierender biologischer Strukturen in schmalen Wasserkanälen zwischen Eisbrocken.
Astrobiologen interessiert daher die Fähigkeit von Bakterien, sich in Wasser knapp unter dem Gefrierpunkt zu vermehren. Den Jupiter-Mond Europa zum Beispiel oder den Saturn-Mond Titan würden die Jäger außerirdischer Lebensformen liebend gern nach ähnlichen Einzellern absuchen, wie sie nun in der Arktis entdeckt wurden.
- Astronomie Methan auf dem Mars 16.01.2009
- Menschliche Bakterien Artenvielfalt auf dem Unterarm 29.05.2009
- Keime in Badeseen Sie warten schon auf Dich 09.05.2008
(SZ vom 16.06.2009/beu)
Machtkampf in der Linken
"Den Jupiter-Mond Europa zum Beispiel oder den Saturn-Mond Titan würden die Jäger außerirdischer Lebensformen liebend gern nach ähnlichen Einzellern absuchen,..."
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Aber erst den Reinhold dorthin expedieren lassen !
www.reinhold-messner.de/
fragen Sie mal Jopi Heesters - und der war nicht mal eingefroren!
...wenn ich nach 120.000 Jahren wieder aufgetaut werden würde und müsste dann über DIESEN Planeten watscheln...
Ich find das ganz toll mit den Bakterien. Der Erkenntnisgewinn ist gleich null, die einzige Konsequenz ist, daß hier etwas losgetreten wird, was keiner mehr beherrschen kann, sobald die Bakterien aus dem Labor raus sind. Wer weiss, ob die Dinger nicht für Menschen, Tiere oder Pflanzen gefährlich sein können. Hauptsache das Forscher-Team hat seine Befriedigung.