Der UN-Klimabericht zeigt: Eine Halbierung des Kohlendioxid-Ausstoßes bis 2050 wäre bezahlbar. Die Kernkraft bleibt umstritten.
Wissenschaftler halten eine radikale Trendwende beim Klimawandel für machbar. Dies geht aus dem Entwurf des letzten Teils für den UN-Weltklimabericht hervor. Demnach muss der weltweite Kohlendioxid-Ausstoß bereits von 2020 an abnehmen, wenn die globale Erwärmung bis zum Jahr 2100 auf zwei Grad Celsius beschränkt werden soll. Dafür ist den Forschern zufolge jedoch sofortiges Handeln nötig: Die Menschheit muss auf effizientere und CO2-arme Energieformen umsteigen.
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Um den Klimawandel beherrschbar zu machen, raten die Wissenschaftler des Intergovernmental Panel on Climate Change ( IPCC) in ihrem Bericht dazu, den weltweiten Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2050 zu halbieren. Bereits 2020 müssten die jährlichen Emissionen ihren Höchststand erreichen und danach stetig sinken, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Dieses Ziel hatte unter anderen die EU formuliert. Tatsächlich laufen die Vorschläge des UN-Gremiums dem derzeitigen weltweiten Trend zuwider: Seit der Jahrtausendwende hat die Menschheit jährlich noch mehr CO2 erzeugt als in den Jahren zuvor.
,,Jetzt die Weichen stellen''
Die Kosten für die Umstellung auf effizientere und CO2-ärmere Energiegewinnung schätzt der IPCC-Bericht deutlich niedriger ein als der Report des Gremiums aus dem Jahr 2001. Der Klimarat beziffert den Preis für die Abkehr vom Kohlendioxid auf etwa ein Prozent der Bruttoinlandprodukte der nationalen Ökonomien.
,,Jetzt werden die Weichen gestellt für die kommenden beiden Dekaden'', sagt Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, einer der an dem Bericht beteiligten Autoren. Er widersprach allerdings einer Aussage in Medienberichten, wonach die Kosten der CO2-Vermeidung weltweit 16 Billionen Dollar betragen. Diese Zahl beziffere die weltweiten Investitionen in Energietechnik zwischen 2001 und 2030, sagte Edenhofer. Diese Summe sei kein finanzieller Verlust, sondern eine Investition.
Bereits der im Februar erschienene erste Teil des diesjährigen IPCC-Berichts nannte Kohlendioxid aus der Verbrennung fossiler Energieträger als Hauptursache der globalen Erwärmung, weil es Sonnenwärme in der Atmosphäre hält. Der dritte Teil des Klimareports nennt nun ausdrücklich den Verkehr und betont, dessen Treibhausgas-Emissionen seien ,,schneller gestiegen als in jedem anderen Energieverbrauchssektor'', wie Spiegel Online berichtete.
Drei Viertel davon stoßen Autos aus. Weitere so genannte Treibhausgase, etwa Methan und Lachgas, entstehen in der Landwirtschaft, deren Anteil am Klimawandel mit etwa zehn Prozent beziffert wird. Mit einem Anteil zwischen zehn und 20 Prozent schlägt dem UN-Gremium zufolge die Abholzung der Wälder zu Buche.
Beteiligte Forscher befürworten den Handel mit CO2-Emissionsrechten und drängen dazu, international technische Lösungen zu beschließen und diese in Form nationaler Vorschriften umzusetzen. ,,Die Steigerung der Effizienz ist dabei eine der wichtigsten Maßnahmen'', sagte Bill Hare, einer der Autoren des IPCC-Berichts.
Ob die Kernkraft eine praktikable Alternative zur Erdöl-basierten Energieerzeugung ist, lassen die UN-Wissenschaftler weitgehend offen. Beteiligte Forscher beklagen jedoch, dass kein Konsens über die Nachteile und Kosten der Kernkraft zu erreichen gewesen sei. Um den gesamten Handlungsspielraum zu skizzieren, hätte man radikalere Szenarien darstellen müssen, war aus Kreisen des IPCC zu hören.
Eine endgültige Zusammenfassung der mehr als 1000 Seiten starken Analyse über Möglichkeiten und Kosten der CO2-Reduktion werden die UN-Wissenschaftler Anfang Mai in der thailändischen Hauptstadt Bangkok vorstellen. Zuvor wird dieser dritte Teil des diesjährigen IPCC-Berichts noch mit Regierungsvertretern aus aller Welt beraten. Das dürfte nicht ohne Einfluss auf einige der Inhalte des Berichts bleiben.
(SZ vom 23.2.2007)
Mubarak-Prozess in Ägypten
Die Erde ist narürlich zu retten, aber nicht inder Form, wie wir sie kennen.
Nicht zu retten ist aber die Menschheit in ihrer jetzigen Gestaltung und Lebensform. Die derzeitigen Lebesgewohnheiten, der Standard, das Anspruchsdenken werden verschwinden. Viele nicht mehr bewohnbare Gebiete werden entstehen, da führt kein Weg vorbei. Je schneller wir das begreifen, umso mehr Menschen können sich retten.
Fahrrad fahren, das Rauchen aufhören, 200PS sind nicht zwingend notwendig, Wälder aufforsten und Kamine statt Elektroheizungen benutzen, ein bisschen unorthodoxer werden und die Autoindustrie-Vorstände, die zu ihren 20 Mios noch 20 hinzufügen wollen, rausschmeißen und mit innovativen Jungentwicklern, die auch mal offen sind für was Neues, ersetzen...Kernkraft wird ernsthaft als Alternative erwogen? Irgendwann wird das Zeug aus unseren Wasserhähnen gesprudelt kommen. Puh, und erst diese Debatte "Welche Energiegewinnungsmethode sollte preferiert werden?"..lächerlicher gehts nicht mehr. Sollte doch eigentlich genannt werden "Wer kriegt die meiste Kohle?". Gehöre nicht zu den Grünen oder Greenpeace, aber auf RATIONALEM Wege kommt man ganz leicht auf diese Gedanken..
radioaktives Spaltmaterial zerstört Ozonmoleküle - Ursache: Kernexplosionen in der Stratosphäre vor Jahrzehnten . . .