Von Von Gregor Schiegl

Knapp 70 Jahre nachdem der letzte tasmanische Tiger gestorben ist, will eine Gruppe von Wissenschaftlern die Spezies mit der Klontechnik wiederbeleben. Kritiker halten das für keine gute Idee.

Der kühne Plan war bereits 1999 unter der Leitung von Miker Archer, dem wissenschaftlichen Dekan der New-South-Wales-Universität in Angriff genommen worden, dann im Februar 2004 aber wieder verworfen. Das berichtet der Sun-Herald in Sydney. Der tasmanische Tiger ist ein hundeähnliches gestreiftes Beuteltier, das früher gejagt wurde, weil es als Bedrohung für die Viehbestände angesehen wurde. Der letzte tasmanische Tiger starb 1936 in einem Zoo in Hobart.

Mike Archer mit tasmanischem Tiger, Reuters

Mike Archer will den tasmanischen Tiger wieder zum Leben erwecken. (© Foto: Reuters)

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Als der letzte Versuch aufgegeben wurde, hieß es, die DNS-Proben aus dem Gewebe eines 134 Jahre alten in Ethanol konservierten tasmanischen Tigerbabies seien zu schlecht, die verfügbare Technik unzureichend. Die Wissenschaftler hatten geplant, die Tiger-DNS in das Ei eines anderen fleischfressenden Beuteltiers, des tasmanischen Teufels, zu injizieren.

Inzwischen hat sich eine neue Schar von Forschern zusammen-gefunden, die sich der Aufgabe gewachsen zu fühlen scheint. Wer die potenziellen Schöpfer des neuen tasmanischen Tigers sind, wollte Archer zunächst nicht offenbaren. Es handele sich um eine "Gruppe von Institutionen", orakelte er, darunter auch die Universiät.

Private Sponsoren haben für das Vorhaben insgesamt 300.000 Dollar locker gemacht. Doch die Begeisterung, die diese Summe ausdrückt, teilen nicht alle.

Das Geld wäre besser angelegt gewesen, wenn man es zum Klonen von gefährdeten, noch existierenden Arten verwendet hätte, bemängelten Naturschützer dem Sun-Herald zufolge. Der Senator Bob Brown soll das Vorhaben als "dysfunktional" bezeichnet haben: Außer dem tasmanischen Tiger sei auch der natürliche Lebensraum des Tiers verschwunden.

Eine Mammutaufgabe

Die Idee, ausgestorbene Tiere mit Hilfe der Klontechnik ins Reich der Lebenden zurückzuholen, ist nicht neu. Seit einigen Jahren sind russische und japanische Wissenschaftler auf der Suche nach erhaltener Samen-DNS von Mammuts, um damit eine Elefantenkuh zu befruchten. Das berichtet der National Geographic.

Paläontologen halten es aber für unwahrscheinlich, dass die Forscher damit Erfolg haben werden. "Selbst wenn das Klonexperiment gelänge, würden sie nicht das frühere Mammut bekommen, sondern nur ein neues Mammut-ähnliches Wesen", wendet der russische Eiszeit-Experte Anatololy Loschkin ein.

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(sueddeutsche.de)