Kanzlerin Merkel hat in ihren Ethikrat für eine sichere Energieversorgung auch den evangelischen Bischof Ulrich Fischer und den Präsident des Zentralkomitees deutscher Katholiken, Alois Glück, berufen. Was aber hat christlicher Glaube mit Atomkraft zu tun? sueddeutsche.de hat nachgefragt.
Angesichts der Katastrophe von Fukushima hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine "Ethikkommission für sichere Energieversorgung" gegründet, die klären soll, ob Atomenergie in Deutschland ethisch verantwortbar ist. An diesem Nachmittag tritt das Gremium erstmals zusammen. Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft wurden in die Kommission berufen - sowie drei christliche Vertreter.
Sie vertreten - gemeinsam mit Reinhard Kardinal Marx - die Christen in der "Ethikkommission für sichere Energieversorgung": Alois Glück, (links), Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), und Ulrich Fischer, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden. (© ddp/AP)
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Neben Reinhard Kardinal Marx, dem Erzbischof von München und Freising, sind dies Bischof Ulrich Fischer von der Evangelischen Landeskirche in Baden sowie der Präsident des Zentralkommitees der deutschen Katholiken, Alois Glück (CSU).
sueddeutsche.de hat nachgefragt was der christliche Glaube mit Atomenergie zu tun hat, und wieso Christen berufen wurden, aber keine Vertreter von Umweltorganisationen.
sueddeutsche.de: Herr Bischof, Sie gehören als Bischof der Evangelischen Landeskirche in Baden zur Ethikkommission der Bundeskanzlerin zur Zukunft der Atomenergie in Deutschland. Was hat denn der christliche Glaube mit Atomenergie zu tun?
Ulrich Fischer: Der christliche Glaube hat zunächst sehr viel mit der Bewahrung der Schöpfung zu tun. Die ist nicht nur seit etwa dreißig Jahren zentraler Teil des Konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, es ist zugleich und vor allem ein biblisches Gebot, das zu beachten Christenpflicht ist.
sueddeutsche.de: Und diese Pflicht bedeutet?
Fischer: Unter der Perspektive der Bewahrung der Schöpfung haben Christenmenschen die Verpflichtung, sich für eine schöpfungsverträgliche Lebensgestaltung einzusetzen, und dazu gehört zentral ein ökologisch verantwortlicher Umgang mit Ressourcen, also vorrangig der Einsatz für einen Lebensstil mit möglichst geringem Energieverbrauch, aber auch die Minimierung von Risiken für die Schöpfung bei der Verwendung von Technologien zur Energieerzeugung.
sueddeutsche.de: Herr Glück, Sie wurden als Präsident des Zentralkommitees der deutschen Katholiken in den Ethikrat berufen. Was hat für Sie der christliche Glaube mit de Atomenergie zu tun?
Alois Glück: Ich wurde vermutlich auch deshalb berufen, weil ich mich mit dem Problemkreis Kernenergie seit der Katastrophe in Tschernobyl intensiv befasst habe und damals im Parlament eine großes Aufsehen erregende Rede zu diesem Thema gehalten habe. Die politische Dimension des christlichen Glaubens ist, dass das Christentum politisches Handeln rechenschaftspflichtig gemacht hat vor Gott und den Menschen. Der Glaube verweist uns auch darauf, dass wir als Menschen nicht letzte Instanz sind und nicht einer Machbarkeits- oder Nützlichkeitsideologie verfallen dürfen. Wir verstehen unsere Motivation für die Umwelt auch aus der Verantwortung des Menschen, für die, christlich gesprochen, Schöpfung.
sueddeutsche.de: Auch viele Nicht- oder Andersgläubige haben das Ziel, Menschen, Umwelt, Natur oder den Planeten Erde zu schützen. Nur sprechen sie nicht von Schöpfung.
Fischer: Der Respekt gegenüber der Natur wird sicherlich von Nicht- und Andersgläubigen genauso geteilt. Das Verständnis der Natur als einer Schöpfung Gottes und die biblische Begründung für die Bewahrung der Schöpfung unterscheidet Christen von Nicht- und Andersgläubigen.
sueddeutsche.de: Der Unterschied liegt also darin, dass Christen sich auf einen Schöpfungsmythos berufen. Rechtfertigt das Gefühl der Verantwortung auf dieser Grundlage, dass Vertreter dieses Glaubens in einem Beratungs- oder Expertengremium zur Atomenergie berufen werden, nicht aber zum Beispiel Mitglieder von Umweltschutzorganisationen? Diese fühlen sich ja offenbar auch besonders dazu aufgerufen, die Erde, die Menschen und die Gesellschaft zu schützen?
Fischer: Berufen wurden Kardinal Marx und ich wohl nicht wegen eines spezifischen Expertenwissens, das Umweltschutzorganisationen eher haben als wir. Wir wurden berufen als Vertreter gesellschaftlich relevanter Institutionen, die hinsichtlich der ethischen Urteilsbildung unserer Gesellschaft Bedeutung haben und die einen wichtigen Beitrag zur Erzeugung eines ethischen Grundkonsenses in dieser für unsere Gesellschaft wichtigen Zukunftsfrage leisten können.
Glück: Die Christen und die christlichen Kirchen werden bei der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung als wichtige Instanzen für Werteorientierung, für die Ethik einer Gesellschaft verstanden. Dies zeigt sich auch in unserer Verfassung, in unserem Grundgesetz. Die Väter und Mütter der Verfassung haben erkannt, dass der Schreckensterror des Nationalsozialismus nur möglich war, weil der Mensch oberste Instanz war, weil nicht ein Menschenbild Maßstab war wie es im christlichen Glauben verankert ist: mit der gleichen Würde jedes Menschen. Deshalb kam es zu diesen katastrophalen Entwicklungen.
Für die Rolle der Religion ist sicher zutreffend, worauf der frühere Bundesverfassungsrichter Böckenförde verweist: dass der Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht schaffen kann.
sueddeutsche.de: Würden Sie sagen, dass Atheisten oder Andersgläubige nicht so wichtige Beiträge wie Christen leisten können, wenn es um die ethischen Fragen geht, die sich in Bezug auf Atomenergie stellen?
Fischer: Sicherlich können sie dies in ihrer persönlichen Überzeugungskraft oder als Gruppen mit hoher Fachkompetenz. Wichtig ist daneben aber auch die institutionelle Stärke, die Kirchen in ethische Diskurse der Gesellschaft einbringen können.
Glück: Als Christen stellen wir keinen Monopolanspruch in ethischen Fragen und grenzen niemanden aus.
sueddeutsche.de: Gibt es in Bezug auf Atomenergie einen Unterschied bei katholischen und evangelischen Gläubigen? Schließlich wurden ein katholischer und ein evangelischer Bischof sowie der Präsident des Zentralkomitees deutscher Katholiken, Alois Glück, berufen. Hätte nicht ein Vertreter für alle Christen sprechen können?
Fischer: Ich glaube kaum, dass wir divergierende Positionen vertreten werden, denn in sozialethischen Themenstellungen gibt es zwischen katholischer und evangelischer Kirche und Theologie keine grundlegenden Differenzen, schließlich beziehen wir unsere ethischen Positionen ja auch im Rekurs auf die Bibel als das uns verbindende grundlegende Dokument unseres Glaubens. Ich finde es durchaus sinnvoll, kirchliche Positionen durch zwei Vertreter einzubringen, das entspricht nicht nur dem Proporz und Gewicht der beiden großen kirchlichen Institutionen und der von ihnen vertretenen Christen, es ermöglicht auch Differenzierungen und Verstärkungen christlich begründeter Positionen.
Glück: Es gibt keinen Unterschied in der Bewertung der Atomenergie und in den Maßstäben für einen verantwortlichen Umgang zwischen katholischen und evangelischen Gläubigen.
sueddeutsche.de: Vermissen Sie einen Vertreter der Muslime in Deutschland im Ethikrat?
Fischer: Gegen eine Mitbeteiligung Andersgläubiger hätte ich überhaupt nichts einzuwenden. Ich habe aber auch nicht über die Zusammensetzung der Kommission zu befinden.
Glück: Die Zusammensetzung des Gremiums ist nicht in meiner Verantwortung.
(Die Beantwortung der Fragen erfolgte schriftlich.)
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(sueddeutsche.de/Markus C. Schulte von Drach/woja)
Linke-Parteitag in Göttingen
denn die fühlen sich nachher noch dazu auserwählt, die Apokalypse einzuleiten.
Christen waren es, die die Atombombe gesegnet haben. Der Protestant Künneth sagte 13 Jahre nach Hiroshima: "Selbst Atombomben können in den Dienst der Nächstenliebe treten".
Ich habe zu Herrn Marx und Herrn Glück kein Vertrauen.
...
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Auf die Einmischungsversuche von Herrn Fischer und Herrn Glück in mein Leben
möchte ich mit einem Zitat von „ Fehlfarben“ antworten.
Zu hören auf You Tube vom Album Monarchie und Alltag.
„Die zweite Hälfte des Himmels könnt Ihr haben, das Hier und jetzt das behalte ich.“
Was sucht da die Katholische Kirche? Die Gläubigen laufen ihr in Scharen davon, die Kirchen leer.
Wo sind die Umweltverbände wie BUND, Greenpeace oder ausgestrahlt, die Jahr und Tag genau vor diesen Risiken gewarnt haben und nicht erst eine Zäsurerscheinung brauchten, um klar zu sehen. 100 000e Menschen gehen seit Jahren gegen die Atomkraft auf die Straße.
Die Mehrheit der Bevölkerung waren gegen die Laufzeitverlängerung und sind jetzt für den schnellstmöglichsten Ausstieg.
Welche Rolle wird die Endlagerfrage in der Ethikkommission spielen.
Die Atommüllberge werden immer größer und werden für 40 000 Generationen eine schwere Bürde sein.
Die Risiken von Gorleben sind bekannt, Gorleben genauso gestorben wie die Asse oder Morsleben. Oder braucht es auch hier erst eine Zäsurerscheinung bei Röttgen, Merkel und Co?
"Auch wenn sie noch hundert Jahre an der Legende stricken, der Atheismus wäre am Nationalsozialismus schuld gewesen deswegen wirds nicht wahrer!"
Atheismus ist ein Glaube, genau wie Christentum, Sozialismus oder der an esoterische Mächte und Energien...
Was diese Dinge allesamt gefährlich macht ist, wenn man sie ihrer "Liebe" beraubt und sie mit "Hass" füllt - dann werden sie **alle** zu Fanatismus!
Es ist schon wahr, dass der (National-)Sozialismus dem christlichen Glauben diametral entgegen steht. Die Kirchen wurden trotz Concordaten und anderen Absprachen bestenfalls geduldet. Bis heute gibt es etwa in Ostdeutschland die weihelose Jugendweihe, die die Konfirmation ersetzen sollte und in großen Teilen der Bevölkerung hat!
Für Weihnachten hat sich die Führungsriege damals das "Julfest" ausgegraben, weil germanische Riten Teil der Ideologie waren.
Ideologen aller Zeiten ist gemein, dass sie vom Hass auf ihre "Gegenspieler" regiert werden, selbst wenn sie nicht einmal besonders viel trennt!
Marktradikale "hassen" Sozialisten und umgekehrt. Einigen hier im Forum würde ich durchaus bei dem, was sie so vom Stapel lassen, zutrauen, dass sie alle Investmentbanker zur "Sonderbehandlung" schicken würden, hätten sie nur die Chance dazu.
Wieder anderen, nicht unbedingt hier, würde ich das Selbe in Bezug auf Sozialisten zutrauen.
Die sozialistische Ideologie ist in ihren Wurzeln friedlich, altruistisch und "gut gemeint" genau wie Christentum, Islam und freie, soziale Marktwirtschaft.
Wenn die Menschen, die eines davon mit Leben füllen sollen, sich von Hass und Egoismus leiten lassen, geht jede dieser Ideologien in die Hose, quält und tötet Menschen!
Keine Ideologie ist besser als die andere, solange es die Menschen nicht sind, die sie bestimmen!
Paging