Die US-Astronauten der Raumsonde "Atlantis" haben ihren ersten Spaziergang im All hinter sich - und den heikelsten Einsatz noch vor sich: Löcher stopfen an ihrer Raumfähre.
Zwei Astronauten der US-Raumfähre "Atlantis" haben am Dienstag erfolgreich den ersten Weltraumspaziergang abgeschlossen. Jim Reilly und John Olivas nahmen Arbeiten an der Internationalen Raumstation (ISS) vor, wie der Fernsehsender der US-Raumfahrtbehörde NASA berichtete.
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Nasa-Astronaut John Olivas: Zwei Tage länger im All (© Foto: dpa/Nasa)
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Ein NASA-Verantwortlicher teilte auf einer Pressekonferenz mit, die Atlantis-Mission werde um zwei Tage und einen vierten Außeneinsatz erweitert. Grund sei eine nötige Reparatur des Hitzeschildes an der Unterseite der Raumfähre.
Beim Start am Freitag hatte sich ein Stück der Verschalung gelöst, wodurch ein etwa zehn mal 15 Zentimeter großes Loch am Hitzeschild entstand. Die Astronauten verließen die Raumfähre am Montag um 22.02 MESZ und beendeten ihren Einsatz sechs Stunden und 15 Minuten später.
Bei ihrem Ausflug ins All arbeiteten Reilly und Olivas unter anderem an den elektrischen Anschlüssen und der Klimaanlage der ISS und brachten mit Hilfe eines riesigen Roboterarms ein 16 Tonnen schweres und 14 Meter langes Segment mit Solarzellen zur besseren Energieversorgung an der Raumstation an.
Inakzeptable Ungewissheiten
Das Bauteil, das zunächst wie ein Fächer zusammengefaltet war, sollte am Dienstag entfaltet werden. Innerhalb der NASA bestehe Einigkeit darüber, den beim Start an der Raumfähre entstandenen Schaden zu beheben, sagte der stellvertretende Verantwortliche des Programms, John Shannon, in Houston im US-Bundesstaat Texas.
Die Ungewissheiten in der technischen Analyse und über mögliche Beschädigungen seien "inakzeptabel". Die NASA musste die Zahl der Atlantis-Flüge in diesem Jahr bereits von fünf auf vier reduzieren, nachdem ein Unwetter den Außentank der Raumfähre beschädigt hatte, und will nun kein weiteres Risiko eingehen.
Die Raumfähre soll nach dem geänderten Zeitplan 13 Tage unterwegs sein und am 19. Juni zur Erde zurückkehren. Die sieben Atlantis-Astronauten und drei Besatzungsmitglieder der ISS sollen in dieser Zeit vor allem die Fähigkeit der Station zur Stromerzeugung verbessern. Zusätzlich zu dem Außeneinsatz am Montag sind zu diesem Zweck zwei weitere Einsätze am Mittwoch und am Freitag vorgesehen.
Es ist die 21. Reise eines Space Shuttles zur ISS und die fünfte Reise seit dem Unfall der "Columbia" im Februar 2003, bei der sieben Astronauten ums Leben kamen.
Bis zum Jahr 2010 will die NASA noch mindestens 13 Raumfähren ins All schicken, um die umgerechnet rund 74 Milliarden Euro teure ISS fertigzustellen. Ihr Betrieb gilt als entscheidende Stufe vor den geplanten bemannten Missionen zum Planeten Mars.
(AFP)
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