150 Lichtjahre von der Erde entfernt, stellt ein Planet mit drei Sonnen gerade die gängige Theorie zur Entstehung von Planeten in Frage. Denn eigentlich dürfte es ihn gar nicht geben.
Mehr als 150 Planeten, die ferne Sterne umkreisen, haben Astronomen in den vergangenen zehn Jahren entdeckt. Viele von ihnen haben Eigenschaften, mit denen niemand gerechnet hatte. Doch der jüngste Fund eines Trabanten in einem Dreifachgestirn bringt die Theoretiker wirklich in Bedrängnis: Eigentlich dürfte es ihn gar nicht geben. Jetzt sind sie gezwungen, ihre Vorstellungen von der Entstehung der Planeten zu überdenken.
Anzeige
Die überraschende Entdeckung gelang Maciej Konacki vom California Institute of Technology in Pasadena. Wie der Wissenschaftler im Fachmagazin Nature (1) berichtet, hat er vor zwei Jahren damit begonnen, nach Planeten in Doppel- und Mehrfach-Stern-Systemen zu suchen.
Fündig wurde er im 150 Lichtjahre entfernten System mit der Bezeichnung HD188753. Der neu entdeckte Trabant ist ein so genannter Riesenplanet mit einer ausgedehnten Atmosphäre. Er ist etwas schwerer als Jupiter und umkreist seinen Zentralstern auf einer sehr engen Bahn innerhalb von nur 3,35 Tagen. Auf ihm müssen Temperaturen um tausend Grad Celsius herrschen.
Jenseits der Schneegrenze
Nach der gängigen Theorie bildet sich der Trabant in einer Materiescheibe, in deren Zentrum der junge Stern ruht. Dies passiert jenseits der so genannten Schneegrenze, in einiger Entfernung zum Gestirn. In diesem Bereich ist die Temperatur weit genug abgesunken, so dass Gase zu Eisteilchen gefrieren.
Diese verbinden sich mit Staubteilchen und wachsen so langsam zu massereichen Planeten heran. Anschließend sammeln die Trabanten aus der Scheibe Gas auf und umgeben sich so mit einer Atmosphäre. Doch wie gelangen solche Planeten von der Schneegrenze nahe an ihren Stern? Astronomen glaubten bisher, dass sie wandern. Ursache hierfür sei die restliche Scheibenmaterie. Sie bremse den Planeten mit ihrer Schwerkraft ab; als Folge bewege sich dieser auf einer Spiralbahn in Richtung Stern.
Auf diese Weise ließ sich die Entstehung aller bisher bekannten extrasolaren Planetensysteme erklären, doch bei HD 188753 versagt die Standardtheorie.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 4 nächste Seite
Linke-Parteitag in Göttingen