Astronomie Mit Sonnenwind zum Mondwasser

Auf dem Mond gibt es Wasser - das ist bereits bekannt. Doch wie ist es dorthin gekommen? US-Wissenschaftler haben neue Hinweise, die eine ältere Idee bestätigen.

Von Christian Weber

Eine Aufnahme der Apollo-11-Mission zeigt die Mondoberfläche. In Bodenproben aus dem Apollo-Programm haben Forscher Spuren von Wasser gefunden.

(Foto: dpa)

Seit einigen Jahren gilt als belegt, dass sich auf dem Mond Wasser befindet. Umstritten blieb, wie es auf den Himmelskörper gelangt ist; spekuliert wurde unter anderem über Eismeteoriten.

Nun präsentiert ein Forscherteam um Yang Liu von der University of Tennessee und Youxue Zhang von der University of Michigan neue Belege für die Sonnenwind-Theorie (Nature Geoscience, online):

Demnach verbinden sich die Wasserstoffionen, die sich im Sternenwind der Sonne befinden, mit Sauerstoff, der in den lockeren Oberflächensedimenten des Mondes - dem Regolith - eingelagert ist. Dabei entstehen Wassermoleküle und sogenannte Hydroxyle, die nur aus je einem Sauerstoff- und Wasserstoffatom bestehen und deshalb OH heißen.

In den neuen Experimenten nun untersuchten die Forscher mit spektroskopischen Messverfahren Regolith-Proben, die noch aus dem Apollo-Programm stammen.

Dabei fand sich ein signifikanter Anteil von Hydroxylen, die auf die Richtigkeit der Theorie deuten. Mehr noch, schreiben die Autoren, die Ergebnisse lassen vermuten, dass über denselben Mechanismus zumindest auf den sonnennäheren Planeten ebenfalls Wasser entstanden sein könnte.