Von Alexander Stirn

Die Nasa hat den für 14. Oktober geplanten Reparaturflug des Spaceshuttles Atlantis abgesagt. Die Mission zum Weltraumteleskop startet erst 2009.

Das Weltraumteleskop Hubble muss länger als geplant auf seine dringend nötige Reparatur warten. Weil ein wichtiger Bordcomputer ausgefallen ist, der die Bilder des Teleskops formatiert, hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa den für 14. Oktober geplanten Reparaturflug des Spaceshuttles Atlantis abgesagt.

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Das Hubble-Teleskop: Ein Auge im All. (© Foto: dpa/Esa/Nasa)

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Er soll nun frühestens im Februar des nächsten Jahres starten. Der Grund für die lange Verzögerung ist, dass die Nasa nach einem passenden Ersatzteil suchen und die Mission umplanen muss.

Bis zum Samstag war der Countdown planmäßig verlaufen. Doch dann quittierte ein Computersystem den Dienst, das für die Verarbeitung der wissenschaftlichen Daten an Bord von Hubble zuständig ist. Ohne das Bauteil kann das Teleskop die eindrucksvollen Aufnahmen, durch die es berühmt geworden ist, nicht zur Erde senden.

Zwar verfügt Hubble über ein Reservesystem. Das aber ist seit Anfang der 1990er-Jahre nicht mehr benutzt worden. In den nächsten Tagen versuchen Astronomen, die Instrumente an Bord auf das zweite System umzuschalten. Läuft alles wie geplant, könnten die Beobachtungen in zwei Wochen wieder aufgenommen werden.

"Uns war schnell klar, dass der geplante Starttermin hinfällig ist", sagt Shuttle-Manager John Shannon. Selbst wenn Hubbles Reservesystem zum Laufen gebracht werden könnte, möchte die Nasa die Zukunft ihres Teleskops nicht von einem einzigen lebenswichtigen Rechner abhängig machen. Ingenieure sollen jetzt klären, ob der defekte Computer gegen ein bereits vorhandenes, ebenfalls noch aus den 1980er-Jahren stammendes Ersatzgerät ausgetauscht werden kann.

Gleichzeitig müssen die streng choreographierten Außeneinsätze, für die Astronauten zwei Jahre trainieren, umgeplant werden. Der Rechner hängt an der Innenseite einer Tür, die leicht zu erreichen ist; mit etwas Glück könnte er bei einem Weltraumeinsatz von zwei Stunden ersetzt werden, sagte ein Hubble-Manager bei einer Pressekonferenz. Da der Austausch des Computers höchste Priorität bekommt, könnten andere Aufgaben gestrichen werden. Ziel der Mission bleibt, das 18 Jahre alte Teleskop noch fünf Jahre betreiben zu können.

Ein weiterer Faktor in der Terminplanung ist, dass die Atlantis sich von Hubble aus nicht zur Raumstation ISS retten kann. Daher muss in Florida ein zweiter Shuttle startbereit sein, um die Besatzung im Notfall zu bergen.

Immerhin ist die Nasa froh, überhaupt reagieren zu können. Eigentlich hätte die Raumfähre Atlantis bereits vor Wochen abheben sollen. Doch Hurrikan Ike sowie Probleme mit dem Außentank verhinderten den Start. "Wenn bei Hubble unbedingt etwas kaputtgehen musste", sagt Nasa-Wissenschaftschef Ed Weiler, "hätte es zu keinem besseren Zeitpunkt passieren können."

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(SZ vom 01.10.2008/mcs)