Astronomie Asteroiden zerbröselten Mondkruste

Die Grail-Satelliten kreisen seit 2012 um den Mond und vermessen sein Gravitationsfeld.

(Foto: USRA / MIT / ADNET)

Asteroiden haben die Oberfläche des Mondes bröselig gemacht. Das Bombardement hat selbst 25 Kilometer in der Tiefe Spuren hinterlassen.

Von Christopher Schrader

Die obersten 25 Kilometer unter der Mondoberfläche sind an vielen Stellen sehr porös. Wo Asteroiden eingeschlagen sind und Krater hinterlassen haben, ist der Untergrund in Myriaden Stücke zerbröselt worden, zeigen Messungen mit den beiden Nasa-Satelliten der Grail-Mission.

Das Besondere am Mond ist, dass es im Gegensatz zur Erde keine geologischen Mechanismen wie Plattentektonik oder Erosion durch Wasser gibt, die poröse Schichten im Lauf der Zeit verdichten. Auch unter Kratern, die vor etwa vier Milliarden Jahren entstanden sind, gibt es also ein Geröllfeld, das die Grail-Satelliten noch vermessen können.

Das Späherpaar kreist seit Anfang 2012 in Formation um den Himmelskörper und kartiert seine Schwerkraft. Sie ist unter größeren Kratern etwas geringer, weil sie größere Mengen poröses Gestein hinterlassen als kleinere Krater. Diese Relation gilt jedenfalls für die fast 1200 Krater von 27 bis 201 Kilometer Durchmesser, die die Forscher um Jason Soderblom vom Massachusetts Institute of Technology untersucht haben (Geophysical Research Letters, online).

Die Zerstörung des Untergrundes reichte nicht beliebig tief nach unten; ab einer Tiefe von 25 Kilometern verschließt der Druck im Gestein alle Poren. Eine Ausnahme von der Regel, dass große Krater eine geringere Gravitation haben, sind die allergrößten, weil hier entstehende Hitze direkt nach dem Einschlag Geröll zusammenbacken kann. Die Forscher hoffen, auf dem Umweg über den Mond Informationen über ein intensives Bombardement aus dem All auf die inneren Planeten in der Jugendzeit des 4,5 Milliarden Jahre alten Sonnensystems zu bekommen.

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