Hinterher ist man immer schlauer: Die britische Luftfahrtbehörde hat einen Grenzwert für Vulkanasche erlassen. Mit den neuen Regeln hätte es kaum Flugverbote gegeben.
Zum ersten Mal hat eine europäische Luftfahrtbehörde einen Grenzwert für Vulkanasche in der Luft erlassen.
Die Sperrung des europäischen Luftraums war nach Einschätzung der britischen Luftfahrtbehörde unnötig. (© Foto: dpa)
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Nach dem Limit, das die britische Civil Aviation Authority am Dienstagabend verkündete, wäre die Sperrung des europäischen Luftraums im Nachhinein betrachtet unnötig gewesen.
"Wir haben uns mit den Herstellern von Triebwerken beraten und alle Messwerte sowie Beobachtungen an Flugzeugen, die Kontakt mit Vulkanasche hatten, dabei berücksichtigt", sagt Richard Taylor, Pressesprecher der britischen Behörde. Bisher galt nach Regeln des internationalen Verbands für Zivilluftfahrt, dass jeglicher Kontakt von Flugzeugen mit Vulkanasche zu vermeiden sei.
Für den Luftraum über dem Vereinigten Königreich und Irland werden Flüge nur dort eingeschränkt, wo mehr als 2000 Mikrogramm Vulkanasche in jedem Kubikmeter Luft schweben. Eine Maschine von der Größe eines Airbus A320 würde bei einem zehnminütigen Steigflug durch ein solches Gebiet etwa ein Kilogramm Asche pro Triebwerk aufnehmen.
Um solche Gebiete herum gilt der neuen Direktive zufolge außerdem eine Sicherheitszone von 110 Kilometern. Der Grenzwert liegt der britischen Behörde zufolge weiter unterhalb der Werte in Wolken über Vulkanen, in denen in den 1980er Jahren zwei Jumbojets fast abgestürzt wären.
Unter diesen neuen Regeln hätte es in Europa kaum Flugverbote gegeben. Laut BBC haben britische Forscher bei ihren Testflügen in vergangenen Tagen nirgends mehr als 400 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Die bisher einzige deutsche Analyse durch ein Flugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hatte am Montagnachmittag über Leipzig Werte von 60 Mikrogramm pro Kubikmeter ergeben.
Der CAA-Sprecher erwartet, dass die übrigen europäischen Staaten bald ähnliche Grenzwerte erlassen. Im Bundesverkehrsministerium gibt es dafür aber offenbar keine Pläne.
"Wir wissen davon nichts"
"Es müsste europaweite oder internationale Grenzwerte geben", sagt ein Sprecher, bis dahin gälten in Deutschland die von Minister Peter Ramsauer (CSU) verkündeten Sofortmaßnahmen, die im Wesentlichen Meldepflichten bei Kontakt mit Vulkanasche und verkürzte Wartungsintervalle vorsehen. Viele Ämter in Deutschland, das derzeit nicht als Gefährdungsgebiet eingestuft ist, kannten die britische Regelung nicht einmal richtig.
"Wir wissen davon nichts", sagte der Sprecher des Deutschen Wetterdienstes, Gerhard Lux. Sein Kollege von der Deutschen Flugsicherung, Axel Raab, erklärte, er habe bisher keine offiziellen Informationen über den Grenzwert. Er wunderte sich aber, dass die Triebwerkshersteller erst nach langem Zögern und im Nachhinein verkündeten, die Flugverbote seien gar nicht nötig gewesen.
Allerdings ist fraglich, ob sich Deutschland der Macht des Faktischen entziehen kann. Zum einen hat der Flugzeughersteller Airbus die Grenzwerte schon öffentlich begrüßt, Fluglinien dürften sich also darauf berufen. Zum anderen berücksichtigt das Londoner Zentrum für Vulkanasche-Warnungen die Direktive ab sofort in seinen Warnmeldungen.
Die beim britischen Wetterdienst angesiedelte Stelle hatte in der vergangenen Woche ständig aktualisierte Karten über die Ausbreitung der Ascheteilchen veröffentlicht, an denen sich die nationalen Behörden orientierten. Jetzt veröffentlicht sie auch neue Grafiken. Darin sind schwarz gekennzeichnet die Regionen, wo der neue Grenzwert überschritten wird: am Donnerstag nur noch der Luftraum südöstlich von Island selbst, wo der Eyjafjalla-Vulkan vor einer guten Woche ausgebrochen ist. Rot waren die Gebiete, wo Asche unterhalb des Limits in der Luft schwebte, darunter Irland, Schottland, Dänemark, Norwegen und die Bretagne.
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(SZ/sueddeutsche.de/mcs)
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Wie wurden während der Tage des Flugverbots eigentlich die Chemtrails ausgebracht?
Jetzt wird hier aber wieder so getan, als seien die Business-Vielflieger und Mallorca-Pauschaltouristen die einzig Betroffenen! Klar, über die kann man schön lästern!
Hier kam einmal kurz der Einwand, dass der Schienenverkehr ausgebaut gehört. Aber bis das nicht geschehen ist, gibt es auch eine Menge Leute, die nicht nur für überflüssige "Meetings" ins Flugzeug steigen.
Versuchen Sie doch mal Deutschland auf der West-Ost-Achse mit der Bahn zu durchqueren, wenn das Ziel im Osten nicht Berlin ist. Ich habe meine Bahncard50 (bin eigentlich einer der wenigen begeisterten Bahnfahrer) gekündigt, da die Bahn selbst bei halbem Preis noch deutlich teurer ist als Lufthansa/AirBerlin.
Von der Reisezeit ganz zu schweigen. Obwohl der Bahnhof sowohl an Start- und Zielort deutlich näher liegt als der Flughafen, beträgt die Reisezeit mit CheckIn/Boarding nur die Hälfte.
Also das Flugverbot war so lange gut, wie man keine Aussage zur Gefährdung treffen konnte. Aber trotz Entwarnung noch tagelang weiter darauf zu beharren ist für mich nicht nachvollziehbar. Und wie es sich gezeigt hat, war es auch nicht nötig.
Ohne jetzt von irgendwelchen Verschwörungstheorien anzufangen: Heutzutage wird jeder Furz zur Weltkrise aufgeblasen!
Das waren wirklich angenehme Tage. Kein Fluglärm, kein verdreckter Himmel.
Das ist der Beweis, das Fliegen umweltschädlich ist und eine falsche Verkehrspolitik gemacht wird. Statt den Schienenverkehr auszubauen, wird der Flugverkehr mit mehreren Milliarden /Jahr aus Steuermittel (auch indirekt) subventioniert und bezahlt selbst fast keine Steuern.
Deshalb ist der Flugtransport so spotbillig. Im übrigen kommen diese "wichtigen" Güter nur deshalb aus anderen Länder, weil man dort Hungerlöhne bezahlen darf, der Umweltschutz keine Rolle spielt und die Menschenrechte sich nach der Rendite der Konzerne richten. Damit lohnt sich die Verlagerung der Arbeitsplätze ins Ausland. Und das ganze steuergefördert durch unsere Regierung. Mit einer vollen Besteuerung des Flugverkehrs bei uns würden sogar wieder Arbeitsplältze geschaffen.
Und von wegen Schadesnersatz. Wer bezahlt den die Uweltzerstörung und die sonstigen Schäden aus dem Flugverkehr? Nur wir Bundesbürger aus der Solidarkasse.
Wir habe schon längst eine Wirtschaftsdiktatur. Das haben nur noch nicht alle begriffen. Unsere Wirtschaft gleicht der spätrömischen Dekadenz, mit Vollkaskoversicherung und das Recht der Manager nach Brot und Spiele (= Boni und Zocken mit Firmen).
Und im Übrigen gibt es ja auch noch den Land und Schiffsweg der uns die Güter heranschafft. Man sollte nicht so tun, als würde alles vom Luftverkehr abhängen. Das ist nur Propaganda. Luftfahrt ist hochsubventionierter Luxus!
Eigentlich hat sich an der Ausgangslage nichts geändert, ausser dass die Turbinenhersteller, wahrscheinlich auf Druck der Airlines, das Risiko von "keine Erfahrungen" auf einen hohen Grenzwert definiert haben. Im Nachhinein schimpft es sich zwar unbekümmert, doch die Behörden haben weitgehend richtig gehandelt, hätten sogar m.E. auch keine Sichtflüge zulassen dürfen, solange die Hersteller keine Gewährleistung übernehmen. Im Zweifelsfall ist es immer besser das Gemaule der Überflieger, die sowieso immer schon alles besser wissen auszuhalten, als einen Prozess der Hinterbliebenen mit Ausgang wie beim Kitzsteinhorn.
Fragen bleiben: Was passiert bei 1 kg Vulkanasche in einem Triebwerk eines A320? Nach welchem Verfahren werden die Grenzwerte ermittelt? Wie werden die Zonen definiert, aktualisiert und warum 110 km?
Lange habe ich schon festgestellt, dass sich gewisse Leute nur noch mit einem Flugplan fortbewegen können und für permanent unersetzlich halten. Neulich traf ich bei einem Meeting einen Herrn der allen Ernstes die Strecke Innsbruck - Genf mit Stopover in Wien (Flugzeit 7 h) mit dem Flieger zurückgelegt hatte. Mit der Bahn wäre er in 6.20 h (nur Fahrzeit, Zeitgewinn durch Check-in, Anreise zu Flughäfen etc nicht eingerechnet) am Ziel gewesen. Also, öfters Mal am Boden bleiben und öfters Mal hinterfragen, ob die bei diversen Meetings produzierte heisse Luft, die heisse Luft für An- und Abreise überhaupt Wert ist.
ich bin kein grundsatzgegner des fliegens
aber: in den urlaub fliege ich nicht jedes jahr, rosen kaufe ich tatsächlich keine, hummer? sonst gehts noch? exotische früchte - okay, bananen, orangen, aber keine erdbeeren im februar und keine äpfel aus china. auto fahr ich, stimmt, und laptop und pc hab ich, stimmt auch,
merken sie was? es muß nicht immer das maximale sein
was soll ich "zum shoppen nach paris" übers wochenende fliegen? soweit ich weiß gibts in deutschland genug geschäfte die exklusiv genug sind um richtig viel geld rauszuhauen
und um ne stadt wie paris oder london zu beischtigen brauch ich mindestens eine woche (eher zwei)
ihre einschätzung bzgl. flugverbot teile ich. das geschrei wäre zu hoch gewesen
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