Artenvielfalt Geheimnisse der Stummelfüßer

Männchen einer neuen Stummelfüßer-Art.

(Foto: Ivo de Sena Oliveira und Georg Mayer, Universität Leipzig)

Es sind faszinierende Tiere, von denen manche ihre Beute fangen, indem sie sie mit Schleim bespritzen. Wissenschaftler haben allerdings Schwierigkeiten, Stummelfüßer in die üblichen Schubladen der zoologischen Systematik zu stecken.

Von Katrin Blawat

"Stummelfüßer" ist ein schöner, sprechender Name für Würmer mit kurzen Beinen. Gelenke besitzen die angedeuteten Gliedmaßen der Tiere zwar nicht, dafür aber Krallen an ihren Enden.

Doch haben Stummelfüßer noch andere Besonderheiten, die zumindest einige Forscher faszinieren. So fangen manche Vertreter der Würmer ihre Beute, indem sie diese mit klebrigem Schleim bespritzen. Außerdem besitzen die Tiere eine wasserabweisende Haut, die je nach Licht samtartig schimmern kann.

Schwer tun sich Wissenschaftler jedoch, wenn sie Stummelfüßer in die üblichen Schubladen der zoologischen Systematik stecken sollen. Vermutlich ist dieser Stamm urtümlicher Würmer, die vor allem auf der Südhalbkugel leben, eng mit Gliederfüßern und Bärtierchen verwandt.

Wie aber sieht es mit dem Artenreichtum unter den Stummelfüßern selbst aus? Weniger als 180 Spezies dieser Tiere sind bislang bekannt. Der zuletzt entdeckte Vertreter heißt Principapillatus hitoyensis und lebt in Costa Rica. Ihn hat nun ein Team um Ivo de Sena Oliveira von der Universität Leipzig identifiziert (Plos One, online).