Manipulierte Fangzahlen machen einen effektiven Schutz der Meeressäuger unmöglich.
Gefälschte Fangstatistiken dürften die Diskussion um die Aufhebung des Fangverbotes beim diesjährigen Treffen der Internationalen Walfangkommission (IWC) anheizen. Walfangländer und Walfanggegner kommen vom 20. bis 24. Juni im südkoreanischen Ulsan zusammen, um - wie jedes Jahr - über die Zukunft der Meeressäuger zu beraten.
Ein harpunierter Wal auf einem japanischen Boot. (© Foto: dpa)
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Während Norwegen sich den Bestimmungen der IWC bislang nicht unterworfen hat und nach eigenen Quoten Wale jagt, töten Japan und Island die Meeressäuger aus - so die offizielle Rechtfertigung - wissenschaftlichen Gründen.
Die Walschützer haben dieses Mal eine Menge Beweismaterial zusammengetragen: Studien, die zeigen, wie Walfangländer die Bestimmungen der Kommission über Jahre hinweg ignoriert haben. So haben drei der fünf wichtigsten japanischen Walfangfirmen seit den fünfziger Jahren falsche Fangzahlen an die IWC weitergegeben.
Zwei der Firmen hatten jeweils nur ein Drittel der gefangenen Pottwale gemeldet und zudem geschützte Walarten unter falschen Artnamen in die Statistiken eingetragen. Auf diese und weitere Manipulationen stießen der japanische Biologe Toshio Kasuya und der ehemalige Leiter mehrerer japanischer Walfangstationen, Isao Kondo, als sie ihre eigenen Daten mit den offiziellen Zahlen verglichen.
"Wenn die Datenlage nicht stimmt, ist es schwierig, künftige Fangquoten richtig zu berechnen", sagt Peter Bradhering vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, der Deutschland bei der IWC-Tagung vertritt.
Seit Mitte der neunziger Jahre berät die Kommission, ob das seit 1986 bestehende Fangverbot aufgehoben und durch ein so genanntes Bewirtschaftungsverfahren ersetzt werden soll. Dabei würden streng geregelte Fangquoten zwischen den Interessen von Walfang- und Walschutzländern vermitteln.
Die Walfangstaaten möchten diese Methode möglichst schnell einführen: Norwegen will im Sommer knapp 800 Zwergwale erlegen und diese Zahl in naher Zukunft verdreifachen. Japan hat vor, seine diesjährige Fangquote für Zwergwale in der Antarktis zu verdoppeln, obwohl die IWC die Region 1994 als Schutzgebiet ausgewiesen hat.
Dort sollen sogar Finn- und Buckelwale gejagt werden - Arten, die die World Conservation Union (IUCN) als "stark gefährdet" einstuft. Angesichts dieser Entwicklungen sehen viele Walschützer in einem Bewirtschaftungsverfahren die einzige Möglichkeit, den Walfang zu kontrollieren.
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