Schöne, beliebte Tiere sind die Symbole des Artenschutzes. Die unansehnlichen und langweiligen sterben unbemerkt aus - ganz gleich, wie hoch ihre ökologische Bedeutung sein mag.
Die Meldungen der Naturschutz- und Umweltverbände stimmen froh. "Große Erfolge - Der Seeadler ist auch als Brutvogel in Österreich wieder auf Erfolgskurs!", schreibt der österreichische WWF auf seiner Homepage. In Bayern jubelt der Landesbund für Vogelschutz: "Der König der Lüfte kehrt zurück."
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Als Sympathieträger für Artenschutzkampagnen eignet sich der Nacktmull nicht. (© Foto: dpa)
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Egal ob Adler, Luchs, Wolf, Bär, Kranich oder Weißstorch - dank intensiver Schutzmaßnahmen wachsen die Bestände nicht nur bei vielen spektakulären heimischen Tierarten; auch über Pandas, Wale und Elefanten melden Artenschützer regelmäßig Positives. Das ist nicht zuletzt ihrer langen und oft mühseligen Arbeit zu verdanken.
Parallel dazu geschieht aber eine weitgehend unbemerkte Katastrophe. Die Bestände vieler unauffälliger Klein- und Singvogelarten brechen zusammen; auch viele wirbellose Tiere - wie Insekten und Quallen - werden immer seltener oder sterben aus. Doch bis auf ein paar Fachleute interessiert das kaum jemanden, denn mit diesen Lebewesen kann man nicht werben.
So bleibt unbekannt, wenn Milben, Motten oder Schnecken gefährdet sind, vermeintlich hässliche, lästige oder gar als schädlich empfundene Tiere. Sie locken keinen Spenden-Cent aus dem Portemonnaie. "Um die unscheinbaren Arten schert sich niemand", beklagt Ragnar Kinzelbach vom Institut für Zoologie der Universität Rostock.
"Wirbeltierchauvinismus" nennen das kritische Experten. Dabei sind der Fortbestand und die ökologische Bedeutung der langweiligen, hässlichen oder glibberigen Tiere mitunter wichtiger als die Frage, ob in Bayern nun zwei oder drei Seeadlerpaare brüten.
Kuschelfaktor macht großzügig
Gewiss gibt es kleine Ortsgruppen von Umweltschützern, die Tümpel für Laubfrosch und Rotbauchunke sichern, Nistkästen für den gefährdeten Trauerschnäpper in den Wald hängen oder Scheunenböden für Fledermäuse zugänglich machen. Im Großen und Ganzen aber geht es im Naturschutz immer wieder um dieselben, meist sehenswerten Tiere.
Für Wale riskieren etwa die Aktivisten der weltweit wohl bekanntesten Umweltschutzorganisation Greenpeace im Kampf mit Fangflotten ihr Leben. Aber wer kettet sich für die Blindschleiche an eine Planierraupe?
"Natürlich mobilisieren Wale und Kulleraugen mehr Spenden als ein ölverseuchter Fluss", räumt Oliver Salge von Greenpeace ein. Das bedeute aber nicht, dass sich seine Umweltschutzorganisation nur um einzelne Tierarten kümmere. Konkrete Artenschutzprojekte betreibe Greenpeace ohnehin nicht. Die Organisation verstehe sich als genereller "Anwalt der Natur".
"Aber wenn wir wie zuletzt für die Vergrößerung eines Walschutzgebiets im Südpolarmeer arbeiten, bringt das dort auch anderen Tieren Vorteile", erläutert Salge, "und Kampagnen zur Rettung von Urwäldern in Kanada, Russland und Brasilien, die zum Stopp der Rodung führen, helfen vielen bedrohten Arten."
Auch wenn Greenpeace dabei fast ausschließlich mit populären Tieren wie Luchs und Bär wirbt, so Salge, "weil der vielleicht schützenswertere Käfer einfach nicht so viele Menschen anspricht". Ein Drittel der Spenden fließe in Projekte, "in denen es auch mal um die nicht so schönen Dinge geht. Keine attraktiven pelzigen Tiere, sondern vielleicht langweilig erscheinende Gebiete mit unspektakulärer Flora und Fauna."
Auch der WWF, bei dem der Panda schon im Logo vorkommt, betreibt in erster Linie Lebensraumschutz. "Wir kaufen oder pachten wertvolle Biotope, bilden Wildhüter aus und bezahlen Infokampagnen vor Ort", sagt WWF-Sprecher Jörg Ehlers.
Wenn in einer dieser Regionen Tiger leben, werde natürlich mit den beliebten Großkatzen geworben. "Dass der Schutz ihres Lebensraumes auch dem Moschustier, dem wilden Ginseng und dem Bären zugutekommt, macht das Ganze umso besser."
Das Argument, dass die Naturschützer mit dem Schutz einer bekannten Leitart gleichzeitig das Überleben vieler anderer Arten sichern sei zwar in gewisser Weise berechtigt, sagt der Rostocker Zoologe Ragnar Kinzelbach.
Trotzdem ärgern ihn die modernen Auswüchse des Artenschutzes mit Kuschelfaktor und Tierkindchenschema. "Heute gibt es ja für jede größere Tierart einen eigenen Verein." Darunter leide die Effizienz der Umweltschutzbemühungen.
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Trotz Kälte genug Strom
hier ist noch ein link mit der aufzählung von vogelschutzgehölzen für den eigenen garten
h##p://www.biostation-ruhr-ost.de/uploads/files/397.PDF
weißdorn, schlehdorn, heckenrose, holunder,hasel, salweide,brombeere, hainbuche und pfaffenhütchen als schutz und nahrung für singvögel.
@dirri
danke für den link.
besser als eine sommerfütterung wäre es aber doch, in seinem garten heimische beerensträucher und ähnliches zu pflanzen, die den vögeln als natürliche nahrung dienen.
wichtigen Ganzjahresfütterung der Singvögel sucht (weshalb, wie warum),hier ist alles gut beschrieben:
http://www.zza-online.de/artikel/071030.html
Wer sagt eigentlich, dass alle Arten erhalten bleiben müssen? Das ist der Lauf der Dinge, dass sich manche Arten nicht durchsetzen können, Irrtum der Natur.
Aber wenn wir Menschen leichtsinnig dazu beitragen, dass Arten aussterben, die bei "natürlicher" Entwicklung nicht eingetreten wären, so müssen wir wohl auch gegensteuern. Allerdings wie weit? Dürfen wir uns die unseres Wissens nach Nützlichen aussuchen? Was, wenn wir bei einigen ihre Nützlichkeit noch nicht erkannt haben? Fest steht aber wohl, dass ein "Ach wie niedlich" als Kriterium nicht dient. Wer kann schon objektiv sagen, ob der Nacktmull schöner ist als ein Delfin?
werdenw eiterhin Arten in rasendem Tempo vreschwinden:
Man kann z.B.:
- auf Pflanzenschutzmittel, Schneckenkorn, Blaukorn und ähnliches Zeug in seinem Garten/Rasen verzichten! Denn sonst fressen dies Schnecken, die wiederum von Igeln und Vögeln wie Raben und Amseln gefressen werden und daran sterben!
Ebenso tätet man damit Bienen, Schmetterlinge und ähnliche Insekten, die alle ihren Sinn und Zweck im Garten haben!
Bei mir frisst zum Beispiel der Rabe, meine 2 Igel und viele Amseln regelmässig fast alle Schnecken und Blattläseu weg! Das dauert natürlich ein wenig, wenn man bisher Vögel und Igel in sienem Garten KEINEN Lebensraum geboten hat, aber die Geduld zahlt sich aus! Seit ich Raben und Igel zu Besuch hab täglich im Garten, habe ich kaum mehr Schnecken! Zudem macht es mehr Freude sich auf einen Rasen OHNE Giftbrühe zu legen...
- Ganzjahresfütterung der Singvögel ("nur im Winter füttern" ist inzwischen längst wissenschaftlich veraltet und überholt! Die Altvögel verfüttern KEINE Körner an Junge, sondern fressen es sommers selber und sind damit KRÄFTIGER um genug Insektenfutter für ihre Jungen heranzuschaffen in unseren kahlen Ziergärten mit nur "Zier"pflanzen statt Futterpflanzen - Der Direktor der Vogelwarte Radolfszell ist einer der grössten Befürworter der Ganzjahresfütterung!) und die Bereitstellung von regelmässig gereinigten Blumen- oder Balkonkastenuntersetzern aus Plastik als "Trinkwasser- und Badepool" für die Vögel von Frühjahr bis Winter! Denn kaum jemand baut in den Gärten in Städten noch irgendwelche NUTZpflanzen an, von denen sich Vögel ernähren koennten, z.B. Himbeeren (ungespritzt!), Haselnüsse, Kirschbäume, Pflaumenbäume, Holundersträucher, Sommerflieder für Schmetterlinge und Bienen/Insekten.
- in einer geschützten Gartenecke einen Reisighaufen mit Laub vermischt aufbauen, in dem Igel überwintern und Singvögel, vor Katzen und Eichhörnchen geschützt, ihre Küken ausbrüten und aufziehen koennen (z.B. das Rotkehlchen).
- Ausstreuen einer "Blumenwiese" mit Kräutern im Rasen und den Rasen wachsen lassen als Blumenwiese - bzw. wenigstens einen TEIL des Rasens als "Wildwiese" einrichten...
- eine kleine Laubschicht auf jeden Fall im Garten unter Bäumen und Sträuchern liegen lassen. darunter sammeln sich nämlich Käfer und Insekten und dienen im Winter/Frost allen Vögeln als Nahrung!
usw usw...im Web ist alles zu finden, was man machen kann.
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