Lebensmittel enthalten oft unüberschaubare Mengen von Zusatzmitteln - welche davon schädlich sind, ist ungewiss.
Was nach Himbeere, Braten oder Vanille schmeckt, muss nichts von diesen Zutaten enthalten. Denn billiger als mit natürlichen Rohstoffen lassen sich verführerische Aromen mit Hilfe der Chemieindustrie erreichen. Ob dies nur eine harmlose Täuschung der Sinne ist, oder Gesundheitsgefahren birgt, weiß niemand.
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Sicherheitschecks für Aromastoffe wurden von einem Expertengremium der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA in Parma zwar 2000 begonnen, sind aber noch immer nicht abgeschlossen. Völlig unklar ist, wie viele dieser Substanzen europäische Verbraucher täglich schlucken.
Bis Mitte 2005 sollte die Behörde eine Positivliste unbedenklicher Aromastoffe vorlegen, so beschloss es die Europäische Kommission 1999. Inzwischen wurde der Termin auf 2007 verschoben. Die EFSA nennt methodische Probleme, aber auch unvollständige Unterlagen der Hersteller als Gründe für die Verzögerung. Eine Saumseligkeit, die sich für Aroma-Produzenten womöglich lohnt. Denn erst wenn die Liste zulässiger Aromen komplett vorliegt, dürfen alle anderen Stoffe nicht mehr verwendet werden, um Lebensmittel geschmacklich aufzupeppen.
350 Substanzen unter der Lupe
Dabei begutachtet das wissenschaftliche Gremium der EFSA für "Lebensmittelzusatzstoffe, Aromastoffe, Hilfsstoffe und Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen", kurz AFC-Panel genannt, nur 800 der etwa 2800 Aromastoffe aus der Lebensmittelindustrie. Die übrigen wurden schon früher durch Sachverständigenausschüsse der EU und der Weltgesundheitsorganisation überprüft.
Die Aromafachleute der EFSA haben bisher 350 Substanzen unter die Lupe genommen. Vier Stoffen wurde die Aufnahme in die Positivliste verweigert, etwa Pentan-2,4-dion, weil es das Erbgut schädigt.
"Es ist gut möglich, dass noch etliche weitere Substanzen von der Liste gestrichen werden", sagt Harald Hahn, Obmann der Arbeitsgruppe Aromastoffe der Gesellschaft Deutscher Chemiker. "Denn das AFC-Panel hat sich zunächst die weniger problematischen Stoffgruppen vorgenommen. Substanzen die toxikologisch bedenklicher sind, kommen erst noch dran."
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