Antike Römer fuhren auf Walfang

Fischerei war im alten Rom ein großes Geschäft, es gab regelrechte Fischfabriken.

(Foto: Alamy/mauritius images)
  • Schon die alten Römer haben vermutlich Wale gejagt.
  • Archäologen haben Knochen aus der Straße von Gibraltar untersucht. Diese Überreste stammen demnach von Grauwalen und Antlantischen Nordkapern.
  • Die Forscher sind überrascht, dass die Tiere offenbar einst im Mittelmeer gelebt haben.
Von Tina Baier

Schon die Römer haben möglicherweise Jagd auf Wale gemacht. Vielleicht hatten sie sogar eine Art Walindustrie, vermuten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B. Ein Team aus Archäologen und Ökologen um Ana Rodrigues von der Universität in Montpellier hat zehn etwa 2000 Jahre alte Knochen untersucht, die bei Ausgrabungen in der Umgebung der Straße von Gibraltar gefunden wurden.

Diese Region war das Zentrum der Römischen Fischindustrie. Das belegen mehr als 200 Ruinen von Fabrikgebäuden, in denen vor allem Thunfische verarbeitet und gepökelt wurden, um sie haltbar zu machen. Aber Wale?

Die Forscher waren überrascht, Grauwale im Mittelmeer zu finden

Tatsächlich stammten drei der untersuchten Knochen eindeutig von Grauwalen und zwei von Exemplaren des Atlantischen Nordkaper. Die restlichen fünf gehörten zu anderen Tieren oder konnten nicht genau zugeordnet werden. Das ist nicht nur aus archäologischer Sicht überraschend, sondern auch aus ökologischer. Denn niemand wusste bisher, dass Grauwal und Atlantischer Nordkaper einst auch im Mittelmeer gelebt haben. Möglicherweise seien sie in das geschützte Becken geschwommen, um dort zu kalben, vermuten die Forscher.

Heute kommen Grauwale nur noch im Pazifik vor. Die letzten im Atlantik lebenden Tiere sind vermutlich im 17. Jahrhundert ausgerottet worden. Der Atlantische Nordkaper ist noch seltener und steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Er ist nur noch in einem kleinen Teil des Atlantiks zu finden. Typisch für beide Walarten ist, dass sie sich oft nahe an die Küsten heranwagen.

Für die Römer wären sie deshalb vergleichsweise einfach zu jagen gewesen. Die erforderliche Technologie sei zu jener Zeit jedenfalls schon verfügbar gewesen, schreiben die Autoren. Das schließen sie aus einem Gedicht des griechischen Grammatikers Oppian, in dem er die Jagd auf ein Seemonster mit Ruderbooten und Handharpunen beschreibt.

Doch nicht erschlagen

Archäologen fanden in Pompeji Spuren eines spektakulären Unfalls vor 2000 Jahren. Doch nun wird klar: Der Mann wurde doch nicht vom Felsbrocken getroffen, sondern starb auf eine andere Weise. Von Stephanie Göing mehr ...