Mit Helikoptern, Betäubungsgewehren und Wattestäbchen sind Forscher Eisbären zu Leibe gerückt und haben wichtige medizinische Erkenntnisse gewonnen.
Der Darm von in der Arktis lebenden Eisbären gehört wahrscheinlich zu den unzugänglichsten Lebensräumen dieses Planeten. Doch jetzt ist es Wissenschaftlern mit Hilfe von Helikoptern, Betäubungsgewehren und Wattestäbchen gelungen, bis zu ihm vorzudringen: Wie das Team um Trine Glad von der Universität Tromsø im Fachmagazin BMC Microbiology berichtet, gelangten die Forscher in den Besitz von Kotproben und rektalen Abstrichen von insgesamt zehn Bären, die in der menschenleeren nordpolaren Barentssee bei Spitzbergen leben.
Liefern Hinweise auf die Entstehung von Antiobiotikaresistenzen: Eisbären in abgelegenen Gebieten. (© Foto: Reuters)
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Die mikrobiologische Analyse dieser Proben ist jedoch gerade für zivilisierte Regionen von Bedeutung. Sie ergab nämlich, dass der Darm der Eisbären offensichtlich einer der wenigen Plätze in der Tierwelt ist, an dem so gut wie keine antibiotikaresistenten Bakterien - sogenannte Superbugs - existieren. In den Fäkalien von Hirschen, Füchsen, Schweinen, Hunden und Katzen, die näher beim Menschen leben, hatte man diese Erreger hingegen bereits nachgewiesen.
Die Forscher folgern, dass die Gene, die zur Antibiotikaresistenz führen, wahrscheinlich nicht natürlichen Ursprungs sind. Vermutlich entwickeln sie sich, wenn die Medikamente in den Nahrungskreislauf geraten und von den Tieren aufgenommen werden.
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(SZ vom 14.01.2010/cwb/beu)
vor Medikamentenanreicherungen in Fleisch, Milchprodukten und Eiern. Es gilt als gesichert, daß Antibiotikaanreicherungen im Fleisch, speziell im Schweinefleisch, die Hauptursache für die hochbrisante Antibiotikaresistenz beim Menschen sind. Immer mehr Menschen sprechen selbst auf hohe Antibiotikadosen nicht mehr an.
Das ist ein mächtiges Indiz für biologische Anpassung.
Wie könnte man das nennen?
Vielleicht Evolution? Wie wär das?