Anthropologie in den USA Ureinwohner setzten auf soziale Netze

Die  Ureinwohner Nordamerikas tauschten Artefakte  und Keramik wie diese Schale untereinander aus.

(Foto: Mathew Devitt, Arizona State Museum Collection, University of Arizona)

Schon vor 800 Jahren gab es in Amerika ein Geflecht sozialer Netzwerke. Statt Twitter oder Facebook setzten die Menschen auf den Tausch von Keramik und Artefakten - über erstaunlich große Distanzen hinweg.

Soziale Netzwerke - das ist einer der Zauberbegriffe der Gegenwart. Und jetzt Achtung: Schon die Ureinwohner Nordamerikas pflegten soziale Netzwerke über weite Distanzen hinweg.

Das gelang den Menschen ganz ohne Twitter, Facebook, Tumblr und sonstige Internetangebote. Stattdessen tauschten sie Keramik oder Artefakte aus anderen Werkstoffen und schauten sich Fertigungstechniken sowie Verzierungsstile bei anderen ab.

Die dabei zurückgelegten Distanzen seien erstaunlich groß gewesen, berichten Anthropologen um Barbara Mills von der Universität von Arizona in Tucson (PNAS, online). Auch die Dimensionen der Netzwerke seien überraschend.

Die Forscher analysierten für ihre Studie mehr als 800.000 bemalte Keramiken und 4800 Artefakte aus Obsidian, die von etwa 700 Fundorten in Arizona und New Mexico stammen.

Daraus leitete das Team ein Geflecht an sozialen Netzwerken unter den Menschen ab, die in den Jahren zwischen 1200 und 1450 dort lebten.

Demnach pflegten diese in der Gegend einst über größere Distanzen Beziehungen, als die Anthropologen das vermutet hatten.

So wurden an 250 Kilometer voneinander entfernten Dörfern die gleichen bemalten Keramiken hergestellt.

Die Bewohner haben also wohl Kontakt zueinander gehabt. Die langen Entfernungen innerhalb ihrer sozialen Netzwerke mussten die Menschen aber zu Fuß zurücklegen.