Wenn ein Häuptling zu viel Land besitzt, um es an einem Tag selbst zu durchqueren, braucht er einen Verwalter. Ist so die Bürokratie entstanden?
Unter welchen Bedingungen sind einst die ersten Staaten entstanden? An dieser Frage arbeiten Anthropologen seit vielen Jahren. Charles Spencer vom American Museum of Natural History in New York bietet nun eine Erklärung an, die sich auf folgende Formel reduzieren lässt:
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In Monte Albán im heutigen Mexiko bildeten sich schon im ersten Jahrtausend vor Christus staatliche Strukturen. (© Foto: iStock)
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Wenn ein Häuptling mehr Land unterworfen hatte, als er an einem Tag durchschreiten konnte, zwang ihn dies, eine Verwaltung und damit staatliche Strukturen zu schaffen (PNAS, online).
Spencer wertete archäologische Daten aus, die an den Keimzellen erster historischer Staaten entdeckt wurden. So ließ sich die territoriale Expansion etwa von Monte Albán im heutigen Mexiko, von Uruk in Mesopotamien, Hierakonpolis in Ägypten und anderen Orten nachvollziehen.
Demnach war die Eroberung neuer Gebiete Bedingung zur Entstehung einer Verwaltung. Der Häuptling einer Gemeinschaft war so gezwungen, Vertreter in neue Gebiete zu senden, die zu weit entfernt waren. Die Verwalter mussten jedoch eng kontrolliert werden, damit diese nicht zu Rivalen wurden. Staat und Bürokratie waren geboren.
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(SZ vom 13.04.2010/cosa)
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