Mit Sorge beobachteten Astronomen der Internationalen Astronomischen Union einen 20 Meter großen Himmelskörper, der auf die Erde zurast. Aber der Asteroid ist gar keiner.
Es hätte nicht das Ende der Erde bedeutet, aber ein gewaltiger Warnschuss wäre es allemal gewesen: Vor einer Woche machte das Minor Planet Center der Internationalen Astronomischen Union, das gefährliche Asteroiden auf ihrem Weg zur Erde aufspüren und verfolgen soll, eine beunruhigende Entdeckung.
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Rosetta holt Schwung für die nächste Runde. (© Grafik: ddp/Esa)
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Ein Himmelskörper, etwa 20 Meter groß, rase auf die Erde zu. "2007 VN84", so der Name des Flugobjekts, werde am 13. November, um 21.15 Uhr, in weniger als 6000 Kilometern Entfernung am Planeten vorbeischrammen - in kosmischen Dimensionen ein Klacks.
Die gute Nachricht: Das Datum, die Größe des Himmelskörpers und auch dessen bedrohlich geringe Entfernung passten beinahe perfekt.
Die noch bessere Nachricht: Bei "2007 VN84" handelte es sich um gar keinen Asteroiden, sondern um eine Raumsonde. Rosetta, der europäische Kometenjäger, hat sich am Dienstagabend - wie seit Jahren geplant - der Erde genähert und neuen Schwung für seine weitere Reise geholt.
Es war bereits der zweite Vorbeiflug der 2004 gestarteten Sonde, die sich eigentlich auf dem Weg zum bislang unerforschten Kometen Tschurjumow-Gerasimenko befindet. Doch um den mehr als 600 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Himmelskörper zu erreichen, genügt die Energie nicht, die die Sonde beim Start und von ihren Triebwerken mitbekommen hat.
Deshalb musste Rosetta mehrmals im Gravitationsfeld der Erde Schwung holen: Das weniger als drei Tonnen schwere Raumfahrzeug wird dabei von der Erdanziehungskraft - ähnlich dem Wurfgerät eines Hammerwerfers - herumgewirbelt. Bei der Beschleunigung entzieht es der Erde etwas Energie. Die kann das allerdings gut verkraften und bleibt aufgrund ihrer immensen Masse weitgehend unbeeindruckt auf Kurs.
Während des aktuellen Manövers näherte sich Rosetta dem Planeten bis auf 5300 Kilometer und raste mit einer Geschwindigkeit von etwa 45.000 Kilometern pro Stunde südwestlich von Chile über den Pazifik hinweg.
Die Wissenschaftler im Kontrollzentrum der europäischen Raumfahrtbehörde Esa in Darmstadt wollten das Wiedersehen mit ihrem Schützling gleichzeitig nutzen, um die Messinstrumente an Bord zu testen und zu kalibrieren.
Dazu sollte Rosetta Aufnahmen von der Erdatmosphäre sowie von städtischen Regionen in Asien, Afrika und Europa machen. Die Suche nach Sternschnuppen am Nachthimmel war ebenso geplant wie Untersuchungen des Erdmagnetfelds und Aufnahmen von der Oberfläche des Mondes.
Nach dem irdischen Rendezvous macht sich die Sonde nun auf den Weg durch den Asteroidengürtel ins äußere Sonnensystem. Dabei soll sie - quasi als Aufwärmübung für das spätere Studium des Kometen Tschurjumow-Gerasimenko - im Vorbeiflug den Asteroiden Steins untersuchen.
Anschließend muss Rosetta allerdings noch einmal Schwung holen: Für den 13. November 2009 ist ein dritter und letzter Vorbeiflug an der Erde geplant. Asteroiden-Späher sollten sich diesen Termin vielleicht schon mal notieren.
(SZ vom 14.11.2007)
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...wenn in der ISS mal ein Astronaut versehentlich das Licht ausschaltet. "Sternenfahrer in Panik: Die todesdunkle Raumstation des Grauens!" bekommen wir dann vermutlich zu lesen. ;-)
Oh mei, oh mei! Lieber Alexander Stirn, war die überschrift und Einleitung ein künstlerischer Trick, damit sich der Artikel ein bischen länger auf der Startseite hält? Damit die Bildleser, die mal aus Versehen reingeklickt haben interessiert nachsehen ob nun das Ende der Welt naht? Sie halten Ihren eigenen Artikel offensichtlich selber für so uninteressant, daß Sie ihn mit billigen Stilmitteln würzen müssen. Eine 20meter (mit Sonnensegeln) grosse Sonde, die sich auf einer kontrollierten Bahn um die Erde befindet um Schwung zu holen - ohh wie dramatisch!! Wäre alles schiefgegangen und die Sonde Richtung Erde gestürzt, wäre sie bei der Grösse schon in der oberen Athmosphäre verglüht. Selbst ein 20m großer Meteorit hätte es nicht bis zur Erdoberfläche geschafft. Also, was soll der Sch...? Ein kleiner Artikel mit den normalen Fakten um die es geht, hätte auch gereicht. Die Bild/Schüleraufsatz - Dramaturgie geht einem mittlerweile so was von auf den Wecker!
man braucht genau fuenf Sekunden, um per Google/Wikipedia herauszukriegen, dass die Rosetta-Sonde die erste ihrer Art mit Solarzellen fuer die Stromgewinnung ist. Sogar ein Blick auf das Bild haette genuegt - die abstehenden Flaechen (die dem Ding erst zu 20m Groesse verhelfen) sind naemlich nicht dazu da, dass man das Ding besser sehen kann.
Sowohl die Cassini Sonde als auch Rosetta sollen in weit von der Sonne entfernten Gegenden Daten erfassen (=Energieverbrauch), die Energie nimmt aber proportional zum Sonnenabstand ab. Daher hat man bei der Cassini-Sonde auf Plutonium zurückgegriffen (33 kg Plutoniumoxid). Um dabei aber Missverständnissen vorzubeugen: Diese Energie wird nicht zum Starten gebraucht sondern später für die interne Energieversorgung. Wenn man Rosetta bei Wikipedia sucht (http://de.wikipedia.org/wiki/Rosetta_%28Sonde%29) sieht dass diese Sonde mit Photovoltaik-Elementen ausgestattet ist, die Energieversorgung wird auf andere Weise sichergestellt, wobei, wie auch beschrieben, eine ausgefeiltes Energiemanagment notwendig ist um auch mit wenig Sonnenlicht zurechtzukommen.
Die Meldung über die Verwechslung ist jedoch schon älter, deswegen finde ich es schön einen Bericht zu lesen der erklärt vor was wir denn beinahe Angst bekommen hätten ...
Dieses kleine Schreibstück fängt damit an, der Minor Planet Center der IAU hätte ausversehen ein Schreck bekommen, weil sie wussten nicht von der Sonde. Das ist eine sehr interessante Geschichte, nur stimmt das wirklich?? Warum haben sie nicht darüber Weiteres geschrieben? Leider haben sie sich ablenken lassen mit der viel weniger interessanten Geschichte über die Sonde...
Was ist denn beim Minor Planet Center los? Oder war das nur ein "editorial" gag, womit sie die Leser auf diese Seite ziehen...
Viele Grüsse aus Virginia,
retro-cycler
PS
Halimsky: die startphase einer solchen Sonde (d.h. der Racketenstart) ist 1000x gefährlicher in bezug auf der Plutonium Thermo-elektrik. Und da kann man schon diskutieren... kann uns jemand sagen, welche Sicherheitsmassnahmen existieren, die sogar bei einem Fehlstart, vor einer versehentlichen Verbreitung von plutonium schützen? Die Vorbeiflüge selber erfolgen mit sehr geringem Risiko.
Aber Ihre Furcht ist verständlich, angesichts des übertriebenen, hysterischen Tons dieses SZ artikels.
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