Ameisen Der Schlagloch-Trick

Auf ihren Beutezügen lassen sich tropische Ameisen nicht aufhalten. Und wenn die Straße schlecht ist, dann bessern sie sie einfach aus - mit ihren eigenen Körpern.

Das Verhalten von Ameisen birgt für Wissenschaftler immer wieder Überraschungen. So wollte eine englische Forschergruppe der Universität Bristol herausfinden, wie die Tiere Schlaglöcher in einer Ameisenstraße reparieren. Die verblüffende Antwort: mit sich selbst.

Die "wandelnden Pfropfen" steigern die Nahrungsaufnahme

(Foto: Foto: Reuters)

Für ihre Studie, die im Journal Animal Behaviour erschienen ist, hatten die Forscher die tropischen Ameisen (Eciton burchellii) unter anderem über eine schmale Holzleiste laufen lassen. Allerdings war diese zuvor sabotiert worden, indem die Wissenschaftler Löcher in die Leiste gebohrt hatten.

Die Tiere fanden jedoch eine Möglichkeit, die Schlaglöcher zu stopfen: Ameisen passender Größe krabbelten über die Löcher und verharrten dort. War ein Insekt zu klein, kooperierten mehrere. Der Verkehrsfluss der mit Beute beladenen Ameisen in Richtung des Nestes beschleunigte sich daraufhin, berichten die Forscher.

Die "wandelnden Pfropfen", folgern sie, nähmen zwar nicht direkt an der Futtersuche teil, allerdings sei ihr Beitrag für das ganze Volk von Vorteil. Demnach könne durch das Verhaltensmuster die Nahrungsaufnahme gesteigert werden.

Als die Karawane auf ihrem Weg zurück ins Nest vorbeigezogen war, krabbelten auch die niedergetrampelten Helfer aus ihren Löchern und kehrten zurück.

Die in Zentral- und Südamerika lebenden Ameisen brechen von Zeit zu Zeit zu spektakulären Raubzügen mit bis zu 200.000 Tieren auf.