Alternative Produkte Plastik vom Acker

Öl wird immer teurer. Die Hersteller von Kunststoffen suchen deshalb nach Alternativen. Eine Möglichkeit ist, Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren. Doch Biokunststoffe haben einen entscheidenden Nachteil.

Von Bert Beyers

Öl wird immer teurer. Die Hersteller von Kunststoffen, die seit Jahrzehnten auf der Basis von Erdöl produziert werden, suchen deshalb nach Alternativen.

Eine Möglichkeit ist, Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren. Seit kurzem sind Produkte aus solchen Biokunststoffen auf dem Markt. Bauern verwenden sie beispielsweise als Mulchfolien, die Unkräuter unterdrücken. Am Ende der Saison werden sie untergepflügt und verwandeln sich im Boden schnell zu Humus.

Für den Haushalt gibt es abbaubare Müllbeutel für Küchenabfälle. Sie wandern mit in die Biotonne und werden kompostiert.

Großbritannien ist eines der Pionierländer für Biokunststoffe. Biologische Lebensmittel gewannen in Folge des BSE-Skandals mehr Marktanteile und mit ihnen auch ökologische Verpackungen.

Nach dem Motto "Organics come into organic packaging" werden Biosalate und -gemüse überwiegend in Kunststoffschalen und -folien aus nachwachsenden Rohstoffen angeboten. Einer der meistverwendeten Biokunststoffe ist Polymilchsäure (PLA = Poly-Lactid-Acid).

Folien aus diesem Material haben auch den Vorteil, Sauerstoff und Wasserdampf besser durchzulassen als herkömmliche Verpackungsmaterialien. Der Inhalt bleibt dadurch länger frisch.

Drei Euro pro Kilo

Doch trotz all dieser Vorteile der Biokunststoffe bestehen viele Millionen Plastiktüten nach wie vor aus herkömmlichem, nicht abbaubarem Material, für dessen Herstellung auch noch wertvolles Öl verbraucht wird. Der Grund: Bio-Plastik ist derzeit noch teurer als petrochemisch gewonnener Kunststoff.

Nach Angaben des Deutschen Kunststoff-Instituts in Darmstadt lag der Preis für Polymilchsäure im Jahr 2003 bei etwa drei Euro pro Kilo. Ein Kilogramm herkömmliche Poly-Olefine kosteten weniger als einen Euro. Biokunststoffe sind deshalb noch Nischenprodukte. Als Faustregel gilt, dass sie etwa ein Promille der Märkte bedienen. Das kann sich allerdings schnell ändern, wenn der Ölpreis weiter steigt, und damit auch der Preis für Plastik auf Ölbasis.