Raumfahrt Astronaut Alexander Gerst erreicht die ISS

Nachdem sich die Luke der Kapsel "Sojus MS-09" schwebt der deutsche Astronaut Alexander zur Raumstation ISS.

(Foto: dpa)

Nach planmäßigem Flug ist der deutsche Astronaut auf der Internationalen Raumstation angekommen. Jetzt beginnt die Arbeit.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst, die Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor und der Russe Sergej Prokopjew sind auf der Internationalen Raumstation ISS angekommen. Um 17:18 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit öffnete sich die Verbindungsluke zwischen Sojus-Raumschiff und der Internationalen Raumstation und die Neuankömmlinge schwebten hinüber in die fliegende Containeranlage rund 400 Kilometer über der Erde. Die Anreise sei "vollkommen problemlos" verlaufen, erklärte ein Kommentator der Weltraumorganisation Nasa.

Nur wenige Minuten nach ihrer Ankunft schaltete sich die Crew per Videoverbindung ins Kontrollzentrum. "Es fühlt sich an, wie nach Hause zu kommen", war Gersts erste Botschaft aus dem All.

Das Raumschiff MS-09 hatte sich seit dem Start am Mittwoch allmählich an die Internationale Raumstation angenähert. Das Andockmanöver war nach dem Start die zweite besonders heikle Situation auf der Reise. Station und Sojus bewegen sich mit mehr als 27 000 Kilometern pro Stunde durch das All und müssen bei diesem Irsinnstempo computergesteuert zusammenfinden. Bei einer falschen Bewegung hätte das mehr als sieben Tonnen schwere Raumschiff die ISS beschädigen oder die fragile Andockmechanik zerstören können.

"Astro-Alex" und sein Weg ins All

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Dieses Mal gab es keine besonderen Vorkommnisse. "Je unspektakulärer, desto sicherer ist es", kommentierte der deutsche Astronaut Matthias Maurer das Andockmanöver. Er richtete den Blick auf die nächsten Tage: "Am Samstag steht Hausputz auf dem Programm. Vielleicht übernimmt aber erstmal die alte Crew das Putzen. Sonntag ist frei, Montag geht die Arbeit dann los."

Gerst soll in den kommenden sechs Monaten rund 300 Experimente abarbeiten, darunter 41 aus Deutschland. Unter anderem soll er einen Roboter testen, der auf Sprachbefehle hört. Als erstes Experiment nach seiner Ankunft auf der ISS steht für Gerst ein Versuch zur Feinmotorik in der Schwerelosigkeit an.

Überirdisches Unterfangen

Die Begeisterung um den deutschen "Astro-Alex" Alexander Gerst ist verständlich. Aber die Wahrheit ist: Die Kosten für bemannte Missionen sind irrwitzig. Astronauten fliegen ins All, weil es begeistert, weil es stolz macht. Das Geld wäre besser anzulegen. Kommentar von Patrick Illinger mehr...