Zwar gibt es inzwischen eine Reihe von Medikamenten, die im Kampf gegen Aids eingesetzt werden können. Doch zwei Mittel erhöhen das Herzinfarktrisiko für die Patienten drastisch.

Zwei Medikamente, die im Kampf gegen Aids eingesetzt werden, erhöhen das Herzinfarktrisiko für die Patienten drastisch.

Gleich zwei Aids-Medikamente zeigen negative Auswirkungen auf das Herzinfarkt-Risiko. (© Foto: Reuters)

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Das zeigt eine Datenauswertung von 33.347 Probanden aus der DAD-Studie (Data Collection on Adverse Events of Anti-HIV Drugs), die das Fachjournal Lancet veröffentlicht.

Insgesamt wurden fünf Präparate untersucht, drei davon hatten keine negativen Auswirkungen auf das Herzinfarkt-Risiko.

Das verbreitete Aids-Medikament Abacavir verdoppelte jedoch die Infarkt-Wahrscheinlichkeit für Patienten, die es in den vergangenen sechs Monaten eingenommen hatten oder noch einnahmen.

Ein seltener verordnetes Präparat, Didanosin, wirkte sich ebenfalls ungünstig aus, erhöhte die Wahrscheinlichkeit allerdings lediglich um die Hälfte. Lag die Behandlung länger als ein halbes Jahr zurück, ließ sich für keines der beiden Präparate ein erhöhtes Risiko nachweisen.

"Von einer anderen großen Wirkstoffklasse von Aids-Medikamenten war schon bekannt, dass sie das Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefäße erhöht", sagt Heidelore Hofmann, die Leiterin der Aids-Ambulanz am Münchner Klinikum rechts der Isar. "Für diese Präparate ist das neu. Wir verwenden aber selbst Abacavir selten und könnten es im Notfall ohne Weiteres durch ein anderes Medikament ersetzen."

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(SZ vom 3.4.2008/mcs)