Ärchäologie Ältestes Fossil Südostasiens entdeckt

Der Schädel, den Forscher in Laos gefunden haben, ist zwischen 46.000 und 63.000 Jahre alt - und damit wesentlich älter als bisherige Funde in der Region.

Ein Schädel aus Laos ist das älteste Fossil eines modernen Menschen, das in Südostasien bislang gefunden wurde. Das berichtet ein internationales Forscherteam um den Anthropologen Fabrice Demeter vom naturhistorischen Museum in Paris im Fachmagazin PNAS (online).

Fragmente des Schädels, der in Laos gefunden wurde.

(Foto: AFP)

Wissenschaftler hatten das Fossil bereits 2009 im laotischen Annamitengebirge in einer Höhle entdeckt. Der Schädel lag rund zweieinhalb Meter tief im Boden und ist zwischen 46.000 und 63.000 Jahre alt, wie Radiokarbon-Analysen der darüberliegenden Erdschichten ergeben haben. Damit ist das Fossil weitaus älter als bisherige Funde aus der Region, die auf 16.000 Jahre datiert wurden.

Die Forscher sehen die Entdeckung als Beweis dafür, dass der moderne Mensch von Afrika kommend nicht nur an den Küsten entlang Richtung Südostasien und Australien vorgedrungen ist. Er muss in relativ kurzer Zeit auch nordwärts auf anderem Terrain weiter gewandert sein.

Das alte Fossil könnte aufgrund der geografischen Nähe von einem direkten Vorfahren der ersten Einwanderer nach Australien stammen. "Es ist aber ebenso wahrscheinlich, dass das südostasiatische Festland einen Ausgangspunkt für mehrere Migrationspfade bildete", sagt Co-Autorin Laura Shackelford. Der Schädelfund bekräftigt genetische Studien, denen zufolge moderne Menschen Südostasien schon vor mindestens 60.000 Jahren bevölkert hatten, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie.