Die Herstellung von Schmuck hing US-Forscher zu Folge mit der zunehmenden Bevölkerungsdichte in der Altsteinzeit zusammen.
Die breite Schmuckherstellung hängt nach Erkenntnissen von US-Archäologen auch mit der zunehmenden Bevölkerungsdichte in der Altsteinzeit zusammen.
Anzeige
Schmuck gebe Informationen über die Identität, den Rang oder die Familienzugehörigkeit von Menschen, berichteten die Forscher auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) am Freitag in Boston.
Der Umschwung sei vor etwa 40 bis 50 000 Jahren gekommen. Damals begannen die Menschen den Angaben zufolge nicht nur im breiten Umfang Schmuck anzufertigen, sondern suchten sich zugleich neue Nahrungsquellen.
Mary Stiner und Steven Kuhn von der Universität Arizona in Tucson (USA) untersuchten archäologische Funde aus Höhlen in der Türkei und im Libanon. Dabei fanden sie eine sehr starke Zunahme persönlicher Schmuckstücke aus durchbohrten Muschelschalen für Ketten und Anhänger.
Umstellung der Nahrung
Gleichzeitig deuteten die Funde darauf hin, dass die Menschen ihre Ernährung von leicht zu fangenden Tieren wie Muscheln, Schnecken und Schildkröten auf Vögel, Hasen und Kaninchen umstellten. "Das könnte ein Zeichen für den zunehmenden Druck durch ein starkes Bevölkerungswachstum sein", meinen die Forscher.
"Wenn man seine bisherigen Ressourcen übernutzt hat, geht man über auf neue. Wir haben gute Hinweise, dass das vor 40 bis 50 000 Jahren geschah." Persönlicher Schmuck ist ein Zeichen aller moderner Gesellschaften.
Dieser Übergang sei gleichzeitig in Afrika, Asien und Europa zu beobachten und spreche für eine generelle Veränderung und gegen die Ausbreitung einer kleinen, fortschrittlichen Gruppe. "Diese kulturellen Veränderungen kommen viel später als die anatomische Entwicklung zum modernen Menschen. Sie zeigen, dass das moderne Verhalten sich erst später entwickelte."
Neue Nutzungsbedingungen