Von Thomas Bührke

Deutsche Forscher haben einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems aufgespürt, der vor höchstens zehn Millionen Jahren entstanden ist. Der kosmische Frischling bestätigt die Theorie, dass Planeten in Staubscheiben entstehen.

ExoplanetenGrossbild

Eine Computergrafik zeigt den Exoplaneten in der Staubscheibe. Im Hintergrund der junge Stern TW Hydrae. (Grafik: Johny Setiawan)

Er ist ein kosmischer Frischling: Forschern vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg haben einen extrasolaren Planeten aufgespürt, der vor höchstens zehn Millionen Jahren entstanden ist - in kosmischen Maßstäben ist das nicht viel mehr als ein Wimpernschlag.

Die rund 250 bislang bekannten Exoplaneten, die um ferne Sterne kreisen, sind alle bereits mehrere Milliarden Jahre alt. Der nun entdeckte Planet stellt die Astrophysiker vor die Frage: Wie ist es möglich, dass sich Planeten, die ähnlich wie Jupiter oder auch die Erde aufgebaut sind, innerhalb dieser verhältnismäßig kurzen Zeitspanne bilden können?

Das Team um Johny Setiawan hatte seit vier Jahren in der Umgebung von etwa 200 sehr jungen Sternen nach Planeten gesucht. Fündig wurden die Astronomen bei dem 182 Lichtjahre entfernten, acht bis zehn Millionen Jahre alten Stern TW Hydrae.

Auf Bildern des Weltraumteleskops Hubble hatten Wissenschaftler schon vor mehreren Jahren eine Staubscheibe entdeckt, die den Himmelskörper umgibt, und als möglicher Entstehungsort von Planeten galt.

Doch Exoplaneten sind zu lichtschwach, um sie direkt zu beobachten. In allen bisherigen Fällen ließen sie sich nur indirekt nachweisen: Man beobachtet eine geringe Schwingung des Sterns, verursacht durch die Schwerkraft des umlaufenden Planeten.

Doch bei jungen Sternen funktionierte dieses Verfahren bislang nicht, weil sie noch sehr aktiv sind. Pulsationen des gesamten Sternkörpers zum Beispiel können den Effekt eines Planeten vortäuschen. Aus diesem Grund ignorierten Astronomen junge Sterne auf der Suche nach extrasolaren Planeten lange Zeit.

Wie Setiawan und Kollegen nun in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature berichten, wandten sie erstmals ein Verfahren an, mit dem sie aus Merkmalen des spektral zerlegten Sternenlichts solche Störfaktoren ausschließen konnten (Bd.451, S. 38).

Nach dieser Prozedur zeigte sich das eindeutige Signal eines Planeten, der etwa zehnmal schwerer als Jupiter ist und TW Hydrae binnen nur dreieinhalb Tagen umkreist. Da sein Abstand von sechs Millionen Kilometern, entsprechend einem Fünfundzwanzigstel des Erdbahnradius, extrem gering ist, müssen auf ihm Temperaturen von über 1000 Grad herrschen. Doch das ist nicht das eigentlich Überraschende.

"Heiße Jupiter", wie Astronomen solche Exoplaneten nennen, die ihren Zentralstern in extrem geringem Abstand umkreisen, kennen sie bereits. Doch keiner von ihnen ist auch nur annähernd so jung wie dieser und keiner befindet sich noch in der Staubscheibe, in der er entstanden ist. Damit haben die Astronomen nebenbei auch bewiesen, dass diese Scheiben wirklich die Geburtsstätten von Planeten sind.

Scheibe mit einem Loch in der Mitte

Wie frühere Beobachtungen bereits gezeigt hatten, weist diese Scheibe eine interessante Besonderheit auf. Sie hat in der Mitte ein Loch, ähnlich wie eine CD.

Ursachen hierfür sind vermutlich vor allem die UV-Strahlung des Sterns sowie ein Teilchenwind, der jeden Staub aus der nahen Umgebung vertreibt. Interessanterweise bewegt sich der jetzt entdeckte Planet in diesem Loch knapp innerhalb des Innenrandes der Scheibe. Diese Konfiguration zu erklären stellt die theoretischen Astrophysiker vor einige Probleme.

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Leserkommentare (3)



04.01.2008 10:28:16

Dagobert1: @Susie Q.

So weit würde ich nicht gehen ihn in ein anderes Universum zu schicken. Es würde genügen ihn in sein Sonnensystem zu überstellen.... auch wenn er noch kein Handy geklaut hat.

Denn wenn sich das herum spricht, kommen vielleicht noch viel mehr Migrationsplaneten zu uns und dann wird´s dann so richtig voll zwischen den Inneren Planeten :-)


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