|
Von Christina Berndt
Noch gibt es bisher kaum seriöse Heilerfolge bei der Behandlung mit Stammzellen. Das hält Firmen nicht davon ab, Therapien an Schwerkranke zu verkaufen.
|
Wenn man von einem Mann sagen kann, er sei nicht totzukriegen, dann gilt das für Martien Verdeuzeldonk. Gleich fünf Schlaganfälle auf einmal ereilten den Niederländer vor vier Jahren - da war er gerade mal 36 Jahre alt und saß hinter dem Steuer seines Wagens.
Verdeuzeldonk weiß nur von anderen, dass er sein Auto noch zum Halten brachte und dass er dann wochenlang im Koma lag. Das geronnene Blut in seinem Kopf hatte weite Teile seines Gehirns lahmgelegt.
Doch Verdeuzeldonk schaffte es zurück ins Leben. Obwohl er sich am Anfang kaum bewegen konnte, knüpfte er bald an sein früheres Leben an. Im nächsten Winter, sagt er, will er wieder Skifahren gehen - obwohl er nur ein Viertel von dem sieht, was andere sehen.
Aber Verdeuzeldonk ist einer, der nicht aufgibt.
Und als er neulich diesen Artikel im Amsterdamer Telegraaf las, da war für ihn klar, dass er das auch probieren wollte: eine Stammzelltherapie.
Die Chromosomen im Zellkern einer Eizelle werden im Roslin Institute in Edinburgh in Schottland im Rahmen des Zellkerntransfers während des Klonens entfernt, eine im Rahmen des reproduktiven Klonens mögliche Technik, um embryonale Stammzellen zu gewinnen. (Foto: ddp)
Einem Leidensgenossen von Verdeuzeldonk soll es besser gegangen sein, nachdem Ärzte ihm Stammzellen aus seinem eigenen Knochenmark durch ein Loch in den Schädel gespritzt hatten. "Am Tag danach merkte ich schon, dass ich meinen Unterschenkel wieder bewegen konnte", sagte Dirk Dekker dem Telegraaf. Er war überzeugt davon, dass das mit den wundersamen Stammzellen zu tun hatte.
Allerdings bekam er auch Unangenehmes zu spüren. Nach dem Eingriff erlitt Dekker einen epileptischen Anfall. Zudem ist sein Bankkonto um 20.000 Euro schmaler.
Die musste Dekker einer kleinen Firma an der deutschen Grenze für die experimentelle Therapie zahlen. Bis vor kurzem noch hat das Unternehmen mit dem Namen Cells4Health ("Zellen für die Gesundheit") Nabelschnurblut eingefroren; vor etwa zwei Jahren witterte es dann ein neues Geschäftsfeld: verzweifelte Patienten mit schweren Krankheiten.
Parkinson, Herzinfarkt, Schlaganfall, Multiple Sklerose (MS), Querschnittslähmung: Die Liste der Krankheiten, bei denen Stammzellen theoretisch helfen können, ist lang.
Denn bei all diesen Leiden sind körpereigene Zellen zugrundegegangen, die eigene Stammzellen womöglich ersetzen können. Doch in der Praxis hat sich diese Hoffnung bisher kaum bestätigt.
 |
vorherige Seite |
1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
nächste Seite |
 |
|
ANZEIGE
mehr ...
Themen
Andreas Zeiher,
Bruce Dobkin,
Dirk Dekker,
Frankfurt,
Genf,
Huang Hongyun,
Irland,
Kosten,
Krankheiten,
London,
Mann,
Meldung,
Mensch,
Name,
Nase,
Nebenwirkung,
Niederlande,
Norwegen,
Olle Lindvall,
Parkinson,
Patient,
Piet Van Der Hoek,
Placebo,
Praxis,
Rostock,
Rotterdam,
USA,
Utrecht
Weitere Artikel in Wissen
Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren.
Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren.
In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden.
Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.
|
|
Vor 200 Jahren kam Darwin zur Welt. Vor 150 Jahren begründete er die Evolutionstheorie. Eine Serie über sein Erbe.
|
|
Warum und wie verbreitet sich das Virus - und wie sollten wir reagieren? Die Antworten in einem Spezial.
|
 |
Kaum ein Thema bewegt unsere Leser so wie die Impfung gegen die Schweinegrippe. Seit Wochen schreiben sie uns ihre Erfahrungen und Ansichten. Hier können Sie sie lesen.
|
 |
Biohacker basteln am Code des Lebens und erschaffen zum Beispiel Darmbakterien mit Pfefferminzduft. Öffnet dies eine Tür zu fatalen Experimenten?
|
 |
30 Grad und mildes Waschmittel lassen Bakterien in der Waschmaschine gut gedeihen. Wissenschaftler warnen vor Infekten.
|
 |
Kann man Schläger wie die von Solln für ihre brutale Tat überhaupt verantwortlich machen? Hirnforscher Gerhard Roth zweifelt daran - und fordert ein neues Strafrecht.
|
 |
Wie Verschwendung zum Untergang des Weströmischen Reiches beigetragen hat und wie Experimente helfen, die Vergangenheit zu verstehen.
|
 |
Was, wer, wann und warum überhaupt?
|
 |
die sie noch nicht wissen über ...
|
 |
Neben Nessie und Bigfoot gehört der Yeti zu den berühmtesten Ungeheurn der Welt. Doch es existieren angeblich noch viel mehr unheimliche Wesen.
|
 |
Im Kuriositätenkabinett der Kreaturen
|
 |
Wo der Planet an seine Grenzen geht
|
 |
Der Sternenhimmel des laufenden Monats
|
 |
Eine interaktive Grafik
|
 |
Amsel, Drossel, Fink oder Star? Prüfen Sie Ihr Wissen.
|
 |
Es ist nicht ganz leicht zu erkennen, was diese Satellitenaufnahmen zeigen. Aber versuchen Sie es trotzdem.
|
 |
Schauen Sie diesen Tieren tief in die Augen. Erkennen Sie, um welches Vieh es sich handelt?
|
 |
Wissen Sie Bescheid über unsere Nachbarplaneten?
|
 |
Regenwolken kennt jeder. Aber was verraten uns feine Schleier oder Schäfchenwolken darüber, wie das Wetter wird?
|
 |
Nein, nicht die Schweizer. Aber von wem stammt nun eigentlich die erste Dampfmaschine?
|
 |
Von der steinzeitlichen Trepanation bis zur Herztransplantation - wissen Sie Bescheid über die Geschichte der Heilkunst?
|
 |
Hat Magellan wirklich als erster die Welt umsegelt? Und wer hat eigentlich Australien entdeckt?
|
 |
Wann flog die erste Rakete ins All? Wie lang hielt die erste Raumstation?
|
 |
Pottwal, Blauwal, Finnwal - erkennen Sie die Meeressäuger?
|
Das vor über 100 Jahren von dem Neurologen Alois Alzheimer beschriebene Leiden tritt in 90 Prozent der Fälle erst ab dem 60. Lebensjahr auf. In der westlichen Welt ist die Krankheit inzwischen zur vierthäufigsten Todesursache geworden, da die Menschen immer älter werden.
mehr...
|