Neben der Identität eines Menschen lässt sich anhand von Fingerabdrücken auch klären, ob jemand Drogen oder Sprengstoff in den Händen hatte.
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Eine grafische Darstellung der Spuren von THC in einem Fingerabdruck, die die Forscher nachweisen konnten. Foto: D.R. Ifa/Purdue University
Mit Hilfe einer neuen Analysetechnik lässt sich anhand von Fingerabdrücken nicht nur die Identität eines Täters überprüfen. Auch ob dieser kürzlich bestimmte Substanzen in den Händen gehalten hat, lässt sich feststellen. Dazu gehören zum Beispiel Drogen oder Sprengstoffe.
Bislang haben die Wissenschaftler ihre Methode an drei Substanzen getestet, die im Zusammenhang mit Gesetzesbrüchen eine Rolle spielen: Kokain, Delta9-THC (der psychoaktive Bestandteil von Cannabis) und dem Sprengstoff RDX.
Aber auch bestimmte bestimmte körpereigene Stoffwechselprodukte des Täters lassen sich anhand der Spuren direkt am Tatort nachweisen. Das berichten Wissenschaftler um Graham Cooks von der Purdue-Universität in West Lafayette (US-Staat Indiana) im Fachjournal Science (Bd. 321, S. 805).
Das Analyseverfahren liefert den Ermittlern ein klassisches Fingerabdruck-Bild mit den üblichen Linien und Biegungen, allerdings auf der Basis einer chemischen Analyse. Dazu wird zunächst ein spezielles Lösungsmittel auf die Oberfläche gesprüht, das die chemischen Bestandteile des Abdrucks löst.
Die dabei entstehenden winzigen Tropfen mit den verräterischen Täterspuren werden anschließend sofort am Fundort in einem mobilen Massenspektrometer verdampft und so auf ihre Zusammensetzung analysiert.
Die Ergebnisse der Tropfenanalyse können die die Wissenschaftler dann anschließend Punkt für Punkt mit einer Auflösung von einem sechstel Millimeter einer Position auf der Oberfläche zuordnen. Aus diesen Daten wird dann der "chemische Fingerabdruck" erzeugt.
Die Auflösung ist ausreichend hoch, um dieses Bild in einer herkömmlichen Datei mit abgespeicherten Fingerabdrücken zu vergleichen. Eine Ablösung des Fingerabdrucks von der Oberfläche ist dazu nicht nötig. Auch überlappende Fingerabdrücke lassen sich den Wissenschaftlern zufolge mit dem Verfahren einfach auseinanderhalten.
Die Methode, die den Namen Desorptions-Elektro-Spray-Ionisations- Massenspektrometrie - oder kurz DESI-MR - trägt, lässt sich möglicherweise auch in der Medizin anwenden. So hoffen die Forscher, auch Moleküle aufzuspüren, die zeigen, dass eine Person an Krebs erkrankt ist.
Einen Nachteil hat die Technik, die bereits im Einsatz ist, allerdings: Die Geräte, die von einer Firma in Indianapolis hergestellt werden, sind als Zusatz zu großen, teuren Massenspektrometern verfügbar. Eine marktreife Mini-Version ist in Planung.
Sollte die Methode in Zukunft billiger und im großen Rahmen verfügbar werden, so könnte es außerdem zu ethischen Probleme kommen. Wie Cooks der New York Times erklärte, könnten zum Beispiel Unternehmen die Fingerabdrücke ihrer Angestellten auf Computertastaturen auf Drogenspuren überprüfen.

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