Zehn Menschen sind in Deutschland nach der Schweinegrippe-Impfung gestorben. Experten zufolge hat die Immunisierung ihren Tod jedoch nicht verursacht.
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Der Impfstoff gegen Schweinegrippe soll den Tod von zehn Menschen in Deutschland nach der Immunisierung nicht verursacht haben. Foto: ddp
Die Schweinegrippe-Impfung war nach Erkenntnissen des Paul-Ehrlich-Instituts bei keinem der zehn Menschen, die danach in Deutschland bislang gestorben sind, ursächlich für den Tod. "Es gibt kein Signal für ein Risiko", sagte Sprecherin Susanne Stöcker am Donnerstag.
Bis zum Stichtag in der vergangenen Woche wurden dem Institut insgesamt 451 Verdachtsfälle von "unerwünschten Reaktionen" auf die Impfung gemeldet. Im Zusammenhang mit dem H1N1-Virus, also Impfungen oder Erkankungen, sind dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge hierzulande bisher 52 Todesfälle bekannt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüft inzwischen einzelne Fälle von Resistenzen gegen den Erreger. Trotz Meldungen von Patienten in Großbritannien und den USA, die nicht auf das Grippemittel Tamiflu ansprachen, hält die WHO aber an ihrer Einschätzung fest, dass dieses Medikament bestens geeignet ist für die Behandlung der sogenannten Neuen Grippe.
WHO-Grippespezialist Keiji Fukuda sagte, dass Untersuchungen eingeleitet worden seien. Die insgesamt neun Medikamenten-resistenten Patienten hätten aber auch ein schwer angeschlagenes Immunsystem.
In Deutschland sind nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Influenza bis vergangenen Dienstag knapp 133.000 Krankheitsfälle registriert worden. Die Zahl der Neuerkrankungen in der vergangenen Woche lag demnach mit 33.787 Fällen unter der Zahl der Vorwoche (39.592). Das am meisten betroffene Bundesland ist den RKI-Zahlen zufolge Bayern mit 30.120 Fällen seit der 18. Kalenderwoche.
Auch in der Schweiz breitet sich die Schweinegrippe weiter rasant aus; es wurde inzwischen das vierte Todesopfer im Zusammenhang mit der Krankheit registriert.
Nutzen-Risiko-Erwägungen
In den Zahlen des Paul-Ehrlich-Instituts zu möglichen Folgen der Schweinegrippe-Impfung sind auch Meldungen über 32 Verdachtsfälle einer anaphylaktischen Reaktion (allergischen Schockreaktion) mit unterschiedlichem Schweregrad enthalten. Am häufigsten wurden weiter genannt: Kopfschmerzen, Fieber, Schmerzen in Armen oder Beinen, Schüttelfrost, Übelkeit, Ermüdung, Schwindelgefühl, Gelenkschmerzen, Erbrechen oder Kreislaufkollaps.
Bei mehr als einem Drittel der 451 Patienten mit möglichen unerwünschten Nebenwirkungen (153 Personen oder 34 Prozent) war dem PEI zufolge die Gesundheit bereits vollständig wiederhergestellt. 130 Patienten (28,2 Prozent) hatten demnach immer noch unter den Folgen zu leiden. Bei 153 Patienten (33,9 Prozent) wurde der Ausgang der unerwünschten Ereignisse als "unbekannt" gemeldet.
Die Experten weisen darauf hin, dass die zeitliche Nähe zu der Impfung noch kein ausreichender Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang mit der Immunisierung darstelle. Die eingegangenen Meldungen werden dahingehend ausgewertet, ob sich aufgrund der Datenlage die Nutzen-Risiko-Bewertung des Impfstoffs ändert und Maßnahmen ergriffen werden müssen. Dazu bestehe aber bislang kein Anlass.
"Das PEI wird weiterhin engmaschig alle gemeldeten unerwünschten Ereignisse recherchieren und wissenschaftlich bewerten", heißt es in der online veröffentlichten Lageeinschätzung des Instituts.
(AP/gal/joku)
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