Seit 30 Jahren hat der britische Geheimdienst Sichtungen von unbekannten Flugobjekten untersucht. Demnächst sollen die Akten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Ufo-SichtungGrossbild

Eine Aufnahme der US-Küstenwache in Washington zeigt Lichterscheinungen am 8. Januar 1952. Ursache? Unbekannt. (Foto: AP)

Tolle Nachrichten für alle Ufo-Fans: Das britische Verteidigungsministerium will in einigen Wochen seine geheimen Akten zu Vorfällen mit unbekannten Flugobjekten veröffentlichen.

Es geht um Tausende Fälle von Sichtungen und Begegnungen mit mysteriösen Erscheinungen, die vom britischen Militär heimlich untersucht wurden, wie die britische Zeitung Observer berichtet.

Die Regierung in London hofft offenbar, mit der Maßnahme Gerüchten und Spekulationen zu begegnen, die über britische Ufo-Untersuchung kursieren.

Die ehemals streng geheimen Akten, von denen einige dem Observer vorliegen, stammen aus dem Archiv einer kaum bekannten Geheimdienstabteilung namens DI55. Deren Mitarbeiter hatten die etwa 7000 Ufo-Sichtungen der vergangenen drei Jahrzehnte unter die Lupe genommen.

Unter den ersten Akten, die London herausgeben will, wird sich nach Informationen der britischen Zeitung auch die über den sogenannten Rendlesham-Vorfall befinden. 1980 wollten etliche Augenzeugen beobachtet haben, wie im nächtlichen Nebel ein Ufo im Rendlesham Forest in Suffolk gelandet war. Angeblich waren Aliens dem mit Hieroglyphen bedecken Flugobjekt entstiegen. Der Vorfall war in Erinnerung an den angeblichen Ufo-Absturz in der Wüste von New Mexico 1947 als "Großbritanniens Roswell" bezeichnet worden.

Zwar hatte später ein Witzbold gestanden, die Landung inszeniert zu haben. Trotzdem gab es Spekulationen zum Beispiel über Radioaktivität an der Landestelle, der die DI55-Leute nachgegangen waren.

Ufo auf dem Radar

Andere Akten enthalten zum Beispiel Informationen über Begegnungen britischer Kampfflugzeuge mit unbekannten Flugobjekten. So berichteten laut Observer 1977 fünf Mitglieder der Besatzung eines Vulcan-Bombers von einem Objekt, das sich dem Flugzeug über dem Golf von Biskaya genähert und gewendet hatte, um dem Bomber dann im Abstand von vier Meilen zu folgen. Während die Sichtung in den Akten detailliert beschrieben wird, fehlen allerdings die Ergebnisse der DI55-Untersuchung.

David Clarke von der Sheffield Hallam University hatte im Rahmen des Freedom of Information Acts wiederholt Akteneinsicht gefordert. Schließlich hatte er erfahren, dass die Regierung die Archive zerstören wollte, da sie mit Asbest kontaminiert waren. Dann wurde beschlossen, die Unterlagen einzuscannen, bevor sie entsorgt wurden. Nach der drei Millionen Pfund (etwa vier Millionen Euro) teuren Aktion stehen sie nun für die Veröffentlichung zur Verfügung.

Die Freigabe soll nach Einschätzung einiger Experten die offiziellen Angaben untermauern, dass es Ufo-Sichtungen zwar gab, dass es sich dabei aber um militärische Aktivitäten wie Raketenstarts oder Testflüge von Flugzeugprototypen gehandelt haben muss, berichtet der Observer. Zugleich deuteten die Beobachtungen darauf hin, dass auch die britische Regierung selbst nicht weiß, was da eigentlich vor sich ging.

Keine Hinweise auf Aliens

Wer bislang davon ausgegangen ist, dass die Regierungen in Washington, London oder Paris insgeheim Kontakt mit Außerirdischen pflegen oder mit Ufo-Technologie experimentieren, wird in den Dokumenten keine Bestätigung dafür finden.

Dasselbe galt bereits für die Ufo-Unterlagen, die die französische Regierung letztes Jahr ins Internet gestellt hatte. Und für Verschwörungstheoretiker taugen natürlich auch die britischen Dokumente nicht als Beweis für das Gegenteil.

Dass die britischen Militärs jedoch eigens eine Geheimdienstabteilung zur Untersuchung ins Leben gerufen hatten, belegt immerhin, dass ihnen die unerklärlichen Erscheinungen ganz reale Sorgen bereitet hatten.

(sueddeutsche.de/mcs)

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Leserkommentare (5)



31.01.2008 08:19:46

jolandos: Und wenn...

Und wenn es keine UFOs gäbe? Was wäre daran so schlimm?


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