Deutschland gehört zu den zehn Ländern, die in den vergangenen Jahren am meisten unter extremen Wetterereignissen zu leiden hatten. Auf dem Klima-Risiko-Index der Umweltschutzorganisation Germanwatch findet sich Deutschland überraschend weit vorne wieder.
Der Hitzesommer 2003 ließ den Rhein, hier bei Düsseldorf, fast austrocknen. 8000 Menschen kamen in Deutschland ums Leben. Foto: ddp
Extreme Wetterereignisse machen nicht nur Entwicklungsländern, sondern auch
reichen Ländern wie Deutschland zu schaffen. Im Klima-Risiko-Index der Organisation Germanwatch landet Deutschland auf dem überraschenden Platz Platz zehn.
Der Index listet die Länder auf, die in den vergangenen zehn Jahren am meisten unter wetterbedingten Katastrophen zu leiden hatten. Hintergrund ist die extreme Hitzewelle 2003. Germanwatch bestätigte sueddeutsche.de, dass die Organisation von mehr als 7000 Toten im Sommer 2003 ausgeht. Sie bezieht sich dabei auf Zahlen der Münchner Rück.
Am schlimmsten treffen Katastrophen wie Stürmen oder Überflutungen Entwicklungsländer. In den zehn Jahren 1997 bis 2006 waren Honduras, Nicaragua und Bangladesch die Länder, die wegen solcher Katastrophen - jeweils bezogen auf die Bevölkerungszahl und das Bruttosozialprodukt - die größte Zahl von Todesfällen und die größten finanziellen Verluste hatten.
Danach folgen Vietnam, die Domenikanische Republik, Haiti, Indien und Venezuela. "80 Prozent der Todesopfer bei Naturkatastrophen sind in Entwicklungsländern zu verzeichnen“, sagte Thomas Loster, Chef der Münchner Rück Stiftung, bei der Vorstellung der Studie am rand der Weltklimakonferenz auf Bali.
Extremsommer traf vor allem Frankreich und Deutschland
Doch sind auch Frankreich und Deutschland auf der Negativrangliste vertreten, auf den Plätzen neun und zehn. In beiden Fällen geht dies zurück auf den außergewöhnlich heißen Sommer 2003. Nach den Daten der Münchner Rück starben wegen der großen und langen Hitze europaweit 30.000 Menschen vorzeitig.
Zwar handle es sich um ein Extremereignis, sagte Germanwatch-Experte Sven Harmeling. Doch mache der Index damit deutlich, dass für solche Ereignisse noch nicht vorgesorgt sei. Insgesamt wurden für Deutschland in den zehn Jahren 258 Katastrophen registriert.
2006: Deutschland auf Platz 17
Betrachtet man nur das vergangene Jahr, litten die Philippinen, Nordkorea und Indonesien am meisten unter Naturkatastrophen, sowohl gemessen an den Todesfällen als auch am finanziellen Schaden. Deutschland kommt in dieser Einzelbetrachtung auf Platz 17 von mehr als 100 betrachteten Ländern. 2006 war nach Angaben von Loster ein "durchschnittliches“ Jahr mit rund 850 Katastrophen, 20.000 Toten und 50 Milliarden US-Dollar Schaden.
Dass extreme Wetterereignisse zunehmen, lässt sich nach Worten
Losters eindeutig an den analysierten Daten ablesen. Die Zahl
starker Stürme hat sich demnach seit 1950 verdoppelt, die
Häufigkeit von Überschwemmungen und Dürren sogar vervierfacht. "Wir
sehen bereits einen starken Klimaeffekt", sagte Loster.
(AP/AFP/maru/gdo/bosw)





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