Roche hat nun in Mannheim eine neue Anlage zur Abfüllung und Herstellung von gefriergetrockneten Arzneimitteln eingeweiht.

Unter den Gästen bei der Eröffnungsfeier waren der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Günther H. Oettinger, sowie Gerhard Widder, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, und Neil Dunstan, Leiter Galenische Produktion Europa von Roche Pharma. (Foto: Roche Diagnostics)

In dem neuen Gebäudeteil werden auf rund 500 Quadratmetern flüssige, therapeutische Wirkstoffe unter Reinraumbedingungen steril in Fläschchen (Vials) abgefüllt und bei Bedarf gefriergetrocknet. Dabei handelt es sich um chemisch und biotechnologisch hergestellte Arzneimittel, die als Injektion verabreicht werden, so genannte Parenteralia, und zum Beispiel gegen Krebs, HIV oder Rheuma wirksam sind.

Mit der neuen Anlage kann Roche in Mannheim die Steril-Produktionskapazität mehr als verdoppeln und wird so der wachsenden Nachfrage nach dieser Art von Medikamenten gerecht.

„Wir gehen davon aus", so Dr. Jürgen Schwiezer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Roche Diagnostics GmbH, „dass die Anlage bereits 2008 voll ausgelastet sein wird. Dann wird beispielsweise der gesamte Bedarf von Roche an HIV-Medikamenten für die EU und die USA in Mannheim produziert. Das sind über 80 Prozent der weltweiten Nachfrage."

Insgesamt wird die rund 30 Millionen Euro teure Anlage dann anfangs 15 Millionen Vials jährlich produzieren. Zu Beginn konnten 15 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, in späterer Vollauslastung werden es insgesamt 40 neue Stellen sein.

Mannheim ist innerhalb der Roche-Gruppe globales Center of Excellence für die Produktion von Parenteralia. In den letzten vier Jahren wurden rund 85 Millionen in das Kompetenzzentrum investiert. Bereits im letzten Jahr wurde ein Gebäude für die Verpackung und die Logistik von Parenteralia fertig gestellt, weitere Anlagen sind im Bau.

 
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„Die steigende Bedeutung von innovativen neuen Medikamenten hat die Notwendigkeit geschaffen, die Kapazität der Gefriertrocknungs-Technologie zu erweitern. Die neue Gefriertrocknungs-Anlage hier in Mannheim wird weltweit eine strategische Rolle für Roche Pharma spielen und wird eines von unseren beiden „Centers of Excellence" für sterile Produkte sein", betont Neil Dunstan, Leiter Galenische Produktion Europa.

Für die Stadt Mannheim sind diese Investitionen von großer Bedeutung, wie Oberbürgermeister Gerhard Widder betonte: „Die besondere Bedeutung liegt nicht nur im aktuellen Investitionsprojekt allein - so wichtig dieses ist, sondern in der Tatsache, dass der Roche-Konzern den Standort Mannheim nicht nur im Bereich Diagnostika, sondern auch in der Pharmafertigung für einen wachsenden Zukunftsmarkt ausbaut."

Seit 1998 hat Roche in Mannheim rund eine Milliarde Euro investiert und fast 800 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther H. Oettinger sieht in der jüngsten Investition ein klares Bekenntnis zum Land und zum Standort Deutschland.

Die nationale und internationale Positionierung des Biotechnologiestandortes Baden-Württemberg werde dadurch weiter verbessert. Vor dem Hintergrund der noch offenen künftigen Finanzierung der Gesundheitsversorgung in Deutschland sei die Investition alles andere als selbstverständlich.

„Das Land Baden-Württemberg bietet allerdings ein Netzwerk hochkarätiger Universitäten wie Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Ulm und Tübingen mit ihren Forschungseinrichtungen und Universitätskliniken und hat dadurch sehr gute Voraussetzungen für diese innovative Branche", sagte der baden-württembergische Regierungschef.

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