Russische U-Boote sind unterwegs, um auf dem Meeresgrund die Nationalflagge Russlands zu hissen. Der Staat will so das Gebiet symbolisch für sich beanspruchen.
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Kurz vor dem Abtauchen: Ein russisches U-Boot soll die Nationalflagge Russlands zum Nordpol bringen. Foto: AP
Es ist soweit: Zwei russische U-Boote sind zum Nordpol aufgebrochen, um auf dem Meeresgrund die Nationalflagge Russlands zu hissen. Der Staat will damit das rohstoffreiche Gebiet symbolisch für sich beanspruchen, meldete die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass.
Die U-Boote wurden den Angaben zufolge durch ein Loch in der Eisdecke ins Wasser gelassen. Während des Tauchgangs sollen sie eine Metallkapsel mit der russischen Flagge absetzen. "Erstmals in der Geschichte werden Menschen den Meeresboden unter dem Nordpol erreichen", sagte Institutssprecher Sergej Baljasnikow. "Es ist wie das Hissen der Flagge auf dem Mond."
Die größte Sorge ist den Organisatoren der Expedition zufolge, dass die Besatzungen das Loch beim Auftauchen nicht mehr findet. Das Boot sei zu schwach, um aus eigener Kraft durch die Eisdecke zu brechen.
Die Flagge ist den Organisatoren zufolge aus Titan hergestellt, damit sie in etwa 4500 Meter Tiefe aufgezogen werden kann.
Ein Eisbrecher hatte dem Forschungsschiff "Akademik Fedorow" den Weg freigemacht, so dass die rund 100 Wissenschaftler den Pol am Mittwoch erreicht hatten.
Nach internationalen Verträgen dürfen die fünf Länder mit Land innerhalb des Polarkreises - Russland, die USA, Kanada, Dänemark und Norwegen - eine 320 Kilometer breite, an ihren Küsten beginnende Wirtschaftszone beanspruchen.
Doch seit 2001 verlangt die Regierung in Moskau einen größeren Teil inklusive des Nordpols. Schließlich sei der arktische Meeresboden über dieselbe Kontinentalplatte mit Sibirien verbunden. Unter dem Eis des Nordpols liegen viele Bodenschätze.
Die Arktis ist russisch", hatte der Expeditionsleiter und Parlamentsabgeordnete Artur Tschilingarow vor der Abreise erklärt.
Die russischen Wissenschaftler suchen bei ihrer Expedition Beweise für diese Behauptung. Zudem sammeln sie Informationen über das Leben arktischer Pflanzen und Tiere.
Kanada plant für umgerechnet rund fünf Milliarden Euro Anschaffung und Einsatz von bis zu acht Patrouillenschiffen, um seine eigenen Souveränitätsansprüche zu schützen. Auch im US-Kongress wird derzeit eine Finanzspritze von mehreren Milliarden Dollar für die Küstenwache diskutiert, die auch den Einsatz der drei Eisbrecher sowie den Bau neuer Schiffe umfasst.


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